© EPA

Sport
08/06/2012

Bolt gewinnt 100 m in 9,63 Sekunden

Der Superstar aus Jamaika gewinnt seine vierte Goldmedaille bei Olympischen Spielen.

Da standen sie also, die acht Giganten. Justin Gatlin war im Semifinale am schnellsten (9,82). Usain Bolt, der Wunderläufer aus Jamaika, der den Weltrekord mit 9,58 hält, hatte sich im Semifinale wieder ins Ziel gebremst – und trotzdem klar gewonnen (9,87). Dazu Tyson Gay, Ryan Bailey, Yohan Blake, der durch Bolts Fehlstart zum jüngsten Weltmeister der Geschichte geworden war, und Asafa Powell.

Drei US-Amerikaner, drei Sprinter aus Jamaika, dazu Richard Thompson (Trinidad & Tobago) sowie der überraschende Holländer Churandy Martina als einziger Europäer im 100-Meter-Finale. Von den Top Acht der Jahresbestenliste standen sieben im Finale, nur für Bledman lief`s nicht g`scheit.

Selten zuvor war es nicht allein um die Frage "Wer ist der schnellste Mann der Welt?" gegangen, sondern eher um die Frage "Gewinnt er, oder gewinnt er nicht?"

Er, das ist Usain, der eine Woche nach den Spielen 26 wird. Er, das ist der Bub vom Land aus dem Örtchen Sherwood Content, für den die Eltern Wellesley und Jennifer Bolt den Arzt holten, weil er so viel zappelte und dauernd in der Gegend herumlief. Der Doc empfahl ihnen, den Buben nicht zu bremsen.

Bolt-Show

Und so begann eine Karriere von einer Karriere, die nach dem dreifachen Triumph von Peking 2008 (100 m, 200 m, Staffel) und nach fünf Weltmeister-Titeln hier im mit 80.000 Zuschauern knallvollen Olympiastadion von London einen weiteren Höhepunkt erfahren sollte.

Natürlich zog er seine Show ab. Bolt ist ja auch Pantomime, und als solcher Champion im Pistolenschießen und Boxen, mit breitem Lachen und weit geöffneten, strahlenden Augen.

Doch die wahre Show war wieder sein Lauf: 9,63 Sekunden, die zweitschnellste je gelaufene Zeit, 0,12 vor Weltmeister Blake und 0,16 vor dem Amerikaner Justin Gatlin.

Bolt ließ sich in gewohnter Manier feiern, ein Bad in der Menge seiner Freunde, ein Purzelbaum, eine ausgelassene Ehrenrunde mit der schwarz-grün-gelben jamaikanischen Fahne. Viele hatten an einer Wiederholung seines Triumphes von Peking gezweifelt, doch wieder stellte er alle anderen in den Schatten.

Lernprozess

"Ich habe eine Menge aus den Trials gelernt, ich musste mich einfach konzentrieren, ich wusste, was ich kann. Wenn ich einen besseren Start gehabt hätte, wäre die Zeit vielleicht noch besser geworden. Aber ich bin sehr zufrieden", sagt der beste Läufer der Geschichte, der zum richtigen Zeitpunkt die Topform wiederfand. "Wenn es um Titel geht, bin ich da. Ich wusste, was ich kann."

Der zweite Hauptdarsteller der Festspiele Jamaikas war Yohan Blake, der sich natürlich nicht als Verlierer fühlte. "Das Gefühl ist großartig, ich habe vier Jahre lang auf diese Medaille hingearbeitet", sagt Blake, der Lob vom großen Sieger bekam. "Er hat ebenfalls ein Superrennen gemacht. Er ist 22, ihm gehört die Zukunft."

Eines ist klar: Jamaika begeht am Montag den großen Unabhängigkeitstag. Gefeiert wurde schon die Nacht davor.

Leichtathletik - Männer, 100 m (+ 1,5 m/Sek.):

1. Usain Bolt JAM 9,63 Sek.
2. Yohan Blake JAM 9,75
3. Justin Gatlin USA 9,79
4. Tyson Gay USA 9,80
5. Ryan Bailey USA 9,88
6. Churandy Martina NED 9,94
7. Richard Thompson TRI 9,98
8. Asafa Powell JAM 11,99

Mehr zum Thema

  • Hauptartikel

  • Hintergrund

  • Hintergrund

  • Reportage

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.