Sport
04.08.2016

Albin Ouschan tritt aus dem großen Schatten

Der Kärntner ist Billard-Weltmeister im 9-Ball.

Wenn man das nicht einen Lauf nennt, was Albin in den letzten Tagen in der katarischen Metropole Doha hatte – was ist dann überhaupt noch ein Lauf?

Die Kärntner Nummer acht der Billard-Welt startete bei der 9-Ball-WM mit vier Siegen, eliminierte dann im Achtelfinale seinen Vorarlberger Kollegen Mario He nach Rückstand mit 11:10 und bewies auch beim 11:7 im Viertelfinale gegen den Briten Jayson Shaw beste Tischmanieren. Die Freude war riesig bei Albin Ouschan: Weil der dritte Platz bei der 9-Ball-WM nicht ausgespielt wird, hatte der Kärntner bereits am Mittwochabend seine zweite Medaille bei Weltmeisterschaften sicher.

Losgelöst

Wie in den Tagen zuvor ging es für den bis 14. August noch 25-Jährigen aus Klagenfurt am Donnerstag weiter: Zunächst wurde im Semifinale der Kanadier Alex Pagulayan mit 11:4 abgefertigt, der eine Runde zuvor noch Goldfavorit und Titelverteidiger Ko Pin-yi aus Taiwan aus dem Turnier geworfen hatte. Und um 15 Uhr ging es dann ins Finale gegen den Amerikaner Shane Van Boening.

Es war das Duell zweier Herren mit negativen Erfahrungen bei WM-Schlussrunden: Albin Ouschan, aktuell die Nummer acht der Welt, hat 2014 gegen den Niederländer Niels Feijen verloren (10:13); der Weltranglistenzehnte Van Boening unterlag im vergangenen Jahr dem Weltranglistenersten Ko Pin-yi (11:13).

Schnellstart

Albin Ouschan wollte dieses Mal nichts anbrennen lassen und setzte sich rasch ab. Zwar kam sein Kontrahent im Finish noch etwas näher, doch dieses Mal ließ sich der Klagenfurter den Titel nicht mehr nehmen, 13:6 hieß es am Ende. Und spätestens nun hat Albin Ouschan, der amtierende Europameister im 14/1 endlos, den Schritt aus dem Schatten seiner großen Schwester geschafft. Denn die 30-jährige Jasmin war bereits 2010 Weltmeisterin – allerdings im 10-Ball und bei den Damen. Wobei: Bei der Herren-WM im 9-Ball hatte sie es bereits 2006 und 2008 ins Semifinale geschafft.

Und nun haben die Geschwister Ouschan, denen Vater Albin senior die Liebe zum Sport mit dem Queue in die Wiege gelegt hat, den nächsten Triumph zu feiern. Zusätzlich gab es für Ouschan 40.000 Dollar Preisgeld sowie die Rückkehr unter die besten Drei der Welt.