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Sport
08/05/2012

Big Bens goldener Geniestreich

Vierter Olympiasieg für den britischen Finn-Segler Ben Ainslie. Damit ist er der absolute Superstar der Branche.

Big Ben Ainslie fühlt sich derzeit größer als der echte Big Ben: Erstens hat er mit seiner vierten Goldmedaille den Dänen Paul Elvström überholt und ist der erfolgreichste Segler überhaupt. Zweitens sorgte er für die spannendste Entscheidung, die es im Segeln je gab. Nur ganz Große können derart geniale Schachzüge setzen, wenn sie dermaßen unter Druck stehen.

Ganz Britannien hatte von dem 35-Jährigen aus dem Städtchen Macclesfield Gold erwartet. Wetten auf Ainslie wurden von Buchmachern gar nicht angenommen. "Das war nichts im Vergleich zu dem Druck, den ich mir selber gemacht habe."

Vorerst lief gar nichts nach Wunsch: konstanter Starkwind. Da kommt es nicht nur aufs Feingefühl, sondern auch aufs Gewicht an. Jonas Hogh-Christensen, 110 Kilo, dominierte. Ainslie, 88 Kilo, keuchte hinterher. Erst auf den letzten Wettfahrten kam er dem Dänen näher.

In Wettfahrt 10 von 10 führte Ainslie überlegen, ließ sich aber zurückfallen, um dem Dänen den Wind wegzunehmen. Dadurch wurde sein starker Gegner vom Holländer Postma überholt. Danach gab Ainslie wieder Gas und siegte, Hogh-Christensen wurde nur Dritter. Dadurch lag Ainslie im Medal Race nur zwei Punkte zurück. Konsequenz seines Geniestreichs: Er musste nur vor dem Dänen ins Ziel kommen. Und das tat er.

Allerdings nur auf Platz 8, der Däne kam auf Platz 9. Da die beiden einander ständig belauerten, kam ihnen der Holländer Postma aus, der erst bei der letzten Tonne von Rang 2 auf 5 zurückfiel und somit keine Medaille holte. Weil bei Punktegleichheit das Medal Race entscheidet, holte Ainslie Gold. Beide kamen auf 46 Punkte, Medal-Race-Sieger Lobert (F) wurde Dritter (49).

Diese Meisterleistung, dieses taktische Jahrhundert-Ereignis, wäre den Segel-Freaks beinahe verwehrt geblieben: Ainslie sprang bei der WM in Perth ins Wasser, enterte ein Kamera-Boot, attackierte den Fahrer, weil ihn dieser behindert hatte, und schwamm wieder zurück zu seinem Boot. Zum großen Glück der Seefahrernation blieb ihm die Sperre erspart. Und jetzt nimmt Big Ben Ainslie den America’s Cup ins Visier.

 

 

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