APA13983346 - 02082013 - KLAGENFURT - ÖSTERREICH: ZU APA-TEXT SI - Die Österreicherinnen Stefanie (l. ) und Doris Schwaiger am Freitag, 02. August 2013, nach ihrem Viertelfinale gegen das russische Team Khomoyakova/Ukolova im Rahmen der Beach-Volleyball EM in Klagenfurt. APA-FOTO: EXPA/GERT STEINTHALER

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Beachvolleyball
08/03/2013

Sensationelles EM-Gold für die Schwaigers

Die Niederösterreicherinnen besiegen im Finale der Heim-EM die Spanierinnen Fernandez/Baquerizo.

Die Beach-Volleyballerinnen Doris und Stefanie Schwaiger haben bei der Heim-EM in Klagenfurt Gold geholt. Die Niederösterreicherinnen besiegten die Spanierinnen Liliana Fernandez/Elsa Baquerizo am Samstag bei großer Hitze im Finale 2:1 (15,-20,12) und sicherten sich damit ihre ersten Medaille bei einem Großereignis.

Nach fünften Plätzen bei der EM 2009, den Weltmeisterschaften 2009 und 2013 sowie den Olympischen Spielen 2008 und 2012 landeten die Waldviertlerinnen ausgerechnet beim Heimturnier am Wörthersee ihren ersten Medaillen-Coup. Zur Belohnung für die schweißtreibende Arbeit durften sie sich vor begeisterten 8.000 Zuschauern die schon lange erhofften Trophäe umhängen lassen.

Dass es Gold geworden ist, sei natürlich die Krönung, so Doris. "Das ist schwer in Worte zu fassen. Diesen Erfolg daheim feiern zu dürfen, ist das Allergrößte für uns, das es gibt", sagte die ältere der Schwestern. Stefanie stimmte zu und danke den Fans, die wieder für tolle Stimmung gesorgt hatten. "Ein großer Punkt war das Publikum. Es ist eine Ehre, da zu spiele, ihr seid unglaublich", bedankte sich die Blockspielerin, "sie haben genauso wie wir alles gegeben und uns gepusht."

Das Duo gewann die erst zweite Medaille in der EM-Geschichte für ÖVV-Damen, die erste in Gold. Insgesamt hält Rot-weiß-rot jetzt bei sechs Stück, nach zwei Titel bei den Herren nun bei drei Goldenen.

Spannendes Endspiel

Wie im Halbfinale gegen die Deutschen Ludwig/Walkenhorst sah es zunächst auch im Endspiel gegen die Vorjahres-EM-Dritten aus Spanien nach einer klaren Angelegenheit aus. Die Ibererinnen gaben aber im zweiten Satz von Beginn an den Ton und glichen aus. Im entscheidenden Durchgang behielten die Waldviertlerinnen aber die Nerven und setzten sich recht sicher durch. "Im zweiten Satz habe ich bei ein paar Blocks daneben gegriffen, aber im dritten habe ich mich wieder erfangen", erklärte Stefanie, die den letzten Punkt zum Titel gemacht hatte.

In den Jubel um ihre erste EM-Medaille mischte sich aber auch Trauer, denn zu Hause im Waldviertel wurde am Finaltag ihre kürzlich verstorbene Großmutter zu Grabe getragen, die in früheren Jahren einige Male in Klagenfurt zu Gast gewesen war.

Ergebnis

Doris Schwaiger/Stefanie Schwaiger (AUT-3) - Liliana Fernandez/Elsa Baquerizo (ESP-5) 2:1 (15,-20,12)

Doris SCHWAIGER-ROBL (28)

spielt mit Stefanie Schwaiger

Geboren: 28. Februar 1985 in Allentsteig
Wohnort: Rastenfeld/NÖ
Größe/Gewicht: 1,71 m/56 kg
Familienstand: verheiratet
Verein: SPU Zwettl
Trainer: Dirk Severloh (GER)
Beruf: Heeressportlerin, Studentin
Website: http://www.schwaiger-sisters.at
Größte Erfolge (alle mit Stefanie Schwaiger):
* Olympia: Fünfte 2008 und 2012
* WM: Fünfte 2009 und 2013, Neunte 2011
* EM: Gold 2013 in Klagenfurt, Fünfte 2009 in Sotschi
* World Tour: Zweite Grand Slam Shanghai 2013
Zweite Open Kristiansand 2009 u. Marseille 2010
Dritte Open Kristiansand 2008 und Shanghai 2011
* CEV Tour: Erste Masters in Baden 2013
* Nachwuchs: Zweite U20-EM 2004, Dritte U21-WM 2005,
Dritte U23-EM 2006

Stefanie SCHWAIGER (26)

spielt mit Doris Schwaiger

Geboren: 7. August 1986 in Allentsteig
Wohnort: Großglobnitz/NÖ
Größe/Gewicht: 1,82 m/70 kg
Familienstand: ledig
Verein: SPU Zwettl
Trainer: Dirk Severloh (GER)
Beruf: Heeressportlerin, Studentin
Website: http://www.schwaiger-sisters.at
Größte Erfolge: identisch mit Doris Schwaiger-Robl

Österreichische Medaillen

3 x Gold

Clemens Doppler/Nik Berger 2003 in Alanya
Clemens Doppler/Peter Gartmayer 2007 in Valencia
Doris und Stefanie Schwaiger 2013 in Klagenfurt

3 x Silber

Florian Gosch/Alexander Horst 2009 in Sotschi
Clemens Doppler/Matthias Mellitzer 2010 in Berlin
Sara Montagnolli/Barbara Hansel 2011 in Kristiansand

Daheim Europameisterinnen zu werden, ist eine große Ehre

Stefanie Schwaiger: "Wahnsinn, es ist eine Ehre, hier zu spielen. Wir möchten uns bei allen bedanken, das Publikum ist unglaublich. Für mich war für das Selbstvertrauen ganz wichtig, in den wichtigen Bällen doch wieder zuzugreifen. Die Spanierinnen kämpfen bis zum Umfallen. Wir arbeiten nun erst so kurz mit unserem deutschen Trainer - und jetzt sind wir Europameisterinnen. Es ist unglaublich. Ab jetzt ist alles möglich, wir haben den Schalter umgelegt."

Doris Schwaiger-Robl: "Es ist unfassbar, so etwas vor Heimpublikum zu erleben. Daheim Europameisterinnen zu werden, ist eine große Ehre. So ein spitzenmäßiges Publikum. Man kann es ganz schwer in Worte fassen, das muss man mal erlebt haben, in Klagenfurt auf dem Centre Court zu stehen. Das Publikum hat wie wir alles gegeben und uns gepusht. Ich bin auch froh, dass wir so ein gutes Umfeld haben, die Familien, das Trainerteam. Nach dem schlechten Start hier, als wir das erste Spiel verloren haben, waren wir am Boden zerstört. Aber wir haben Leute, auf die wir uns verlassen können, egal wie es rennt. So ein Umfeld ist für den Spitzensport das wichtigste. Heute ist nicht nur ein Tag, wo alles lustig ist. Unsere Oma ist gestorben, heute ist das Begräbnis, sie schaut von oben zu. Sie hat uns sicher viel geholfen."

Peter Kleinmann (Verbandspräsident): "Für uns ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Vor allem für die Schwaiger-Familie. Was der Schwaiger-Papa mit seinem Waldviertler Schädel alles für seine Mädels tut - das hat er sich verdient. Ohne so ein Turnier wie hier in Klagenfurt wären wir im Beachvolleyball nicht Welt- und Europaklasse. So etwas wie hier ist normal nur im Fußball möglich. Das ist die Bestätigung, dass wir Weltklasse sind. Wir haben bei Olympia in Rio die seriöse Chance, Medaillen zu machen."

Gerald Klug (Sportminister): "Nach den tollen Ergebnissen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften ist der heutige Europameistertitel der bisherige Höhepunkt ihrer sportlichen Karriere. Sie haben nervenstark bis zum Ende gekämpft und brilliert. Dies ist nicht nur ein toller Erfolg für die beiden, sondern auch ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Rio 2016."

Nachgefragt bei Doris und Stefanie Schwaiger, die am Samstag bei der Beach-Volleyball-Heim-EM in Klagenfurt Gold geholt haben. Die Niederösterreicherinnen freuten sich überschwänglich über ihre erste Medaille bei einem Großereignis und versprachen, diese auch ausgiebig zu feiern. Bereits am Dienstag geht es für die frisch gebackenen Europameisterinnen aber bereits weiter zum World-Tour-Turnier in Berlin.

Was bedeutet Ihnen dieser Erfolg beim Heimturnier?
Doris Schwaiger: "Wir wollten unbedingt aufs Stockerl, dass es Gold geworden ist, ist einfach unglaublich. Hier mit dieser Medaille zu stehen, ist einfach ein großartiger Erfolg."

Stefanie Schwaiger: "Wir sind unglaublich stolz. Dieses Medaille zu holen, war unser ganz großes Ziel. Ein Wahnsinn, dass wir es geschafft haben."

Sie haben schon viele große Turniere gespielt und standen auch mehrmals kurz vor einer Medaille, warum hat es dieses Mal funktioniert?
Doris Schwaiger: "Wir hatten einfach den unbedingten Willen und die Überzeugung, dass wir es schaffen können. Nach der Niederlagen gegen die Russinnen (Anm.: 1. Gruppenspiel) haben wir uns gesagt, dass wir das abhaken müssen. Wir haben dann immer besser ins Turnier gefunden und auch heute super gespielt und die Nerven behalten."

Wie waren die Bedingungen am Centre Court mit mehr als 35 Grad im Schatten?
Doris Schwaiger: "Die Hitze war schon extrem, aber mir ist es nicht so schlimm vorgekommen wie am Freitag. Nach dieser Woche ist man es schon gewohnt."

Wie werden Sie diesen Erfolg feiern?
Stefanie Schwaiger: "Natürlich werden wir heute darauf anstoßen, dass kann ich versprechen. Aber am Dienstag geht es schon weiter zum nächsten Turnier in Berlin. Viel Zeit den Erfolg zu genießen bleibt uns nicht."

Welchen Anteil hat ihr neuer Trainer Dirk Severloh an der Medaille?
Doris Schwaiger: "Unser Trainerteam hat einen wesentlichen Anteil daran. Sie haben uns während des Turniers immer wieder motiviert und uns bei kleinen Problemen geholfen. Wir haben uns in Hamburg gut vorbereitet und die WM (Anm.: 5. Platz) quasi als EM-Vorbereitung gesehen. Das Umfeld ist einfach extrem wichtig, genauso wie der Rückhalt in der Familie."

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