Sport
29.04.2018

Basketball: Toronto in zweiter NBA-Play-off-Runde gegen Cleveland

Raptors-Angstgegner gewann dank 45 Punkten von LeBron James (Bild) Entscheidungsspiel gegen Indiana.

Jakob Pöltl und die Toronto Raptors treffen wie im Vorjahr in der zweiten Play-off-Runde der National Basketball Association (NBA) auf die Cleveland Cavaliers. Der Vizemeister aus Ohio feierte am Sonntag dank 45 Punkten, neun Rebounds und sieben Assists von Superstar LeBron James einen mühevollen 105:101-Heimsieg über die Indiana Pacers und gewann damit die "best of seven"-Serie 4:3.

James spielte in der restlos gefüllten Quicken Loans Arena, die von den mehr als 20.500 Fans in einen Hexenkessel verwandelt wurde, die komplette erste Hälfte durch und hatte zur Halbzeit bereits 26 Zähler, fünf Assists und vier Rebounds verbucht. Die "Cavs" starteten deshalb mit einem 54:43-Vorsprung in die finalen 24 Minuten des Entscheidungsspiels. Doch im dritten Viertel folgte wieder einmal der Einbruch. Und just als sich James die erste kurze Pause gönnte, gingen die Pacers nach einem 16:2-Run erstmals mit 59:58 (29.) in Führung.

Deshalb eilte "King James" nach nicht einmal zwei Minuten bereits wieder zurück auf den Court, um das Kommando zu übernehmen und das erste Auftaktrunden-Aus in seiner einmaligen Karriere zu vermeiden. Mit Erfolg, der 33-Jährige führte auch bei der 13. Play-off-Teilnahme sein Team zumindest ins Eastern-Conference-Halbfinale, in dem es nun bereits ab Dienstagabend (Ortszeit/Mittwoch 2.00 Uhr MESZ) zum Duell mit den Raptors kommt.

Die Cavaliers, die wie die Golden State Warriors in den vergangenen drei Jahren stets im NBA-Finale gestanden sind und 2016 den Titel geholt haben, sind der Angstgegner von Toronto. Vor zwei Jahren setzte sich Cleveland in der "best of seven"-Serie im Eastern-Conference-Finale 4:2 durch, im Vorjahr folgte dann in Runde zwei sogar eine 4:0-Demütigung für den Pöltl-Club.

Im Gegensatz zu 2016 und 2017 haben die Raptors aber diesmal als erstmals bestes Eastern-Conference-Team des Grunddurchgangs Heimvorteil in den beiden ersten Spielen der Serie. Und sollte diese über die volle Distanz gehen, dann würde das siebente und entscheidende Match am 13. Mai ebenfalls in Toronto ausgetragen.

Dazu hat der kanadische Club, der seine Serie bereits am Freitag mit einem 102:92-Auswärtssieg über die Washington Wizards 4:2 gewonnen hatte, auch die um zwei Tage längere Pause als Cleveland. "Das ist sicher kein Nachteil für uns", betonte Pöltl schon unmittelbar nach der Partie in der US-Hauptstadt.

Der 22-jährige Wiener bezeichnete die "Cavs mit LeBron James", der heuer zum achten Mal en suite das NBA-Finale erreichen will, als "eine große Herausforderung". Gleichzeitig merkte Pöltl aber auch an, dass der Vizemeister aufgrund seiner defensiven Defizite durchaus "verwundbar" sei, wie die Auftaktrunde gegen Indiana gezeigt habe. Deshalb ist der 2,13 m große Center "optimistisch, dass wir auch diese Hürde überstehen werden".

James bezeichnete die Raptors im ersten TV-Interview nach dem Sieg über die Pacers als "großartiges Team" und lobte vor allem die Arbeit von Cheftrainer Dwane Casey, der Toronto mithilfe der beiden All-Stars DeMar DeRozan und Kyle Lowry zu einem Titelkandidaten geformt habe. Daneben warnte er vor allem vor der starken Ersatzbank des einzigen kanadischen NBA-Clubs. Der berühmt-berüchtigte "Bench Mob" der Raptors hat mittlerweile sogar sein eigenes offizielles NBA-Fan-T-Shirt mit Pöltls Konterfei in der Mitte.