Sport
09/27/2012

Badminton-Verband steht Klage von Mayer ins Haus

Österreichs nicht für Olympia nominierte Badminton-Spielerin Claudia Mayer überlegt derzeit gerichtliche Schritte gegen den Österreichischen Verband (ÖBV).

Österreichs nicht für Olympia nominierte Badminton-Spielerin Claudia Mayer überlegt derzeit gerichtliche Schritte gegen den Österreichischen Verband (ÖBV). Schon im Vorfeld der Spiele in London hatte sich Mayer bitter über ihre Nichtnominierung für London beschwert. Die 27-Jährige war zum Zeitpunkt der Festlegung zwar als 80. bestplatzierte ÖBV-Spielerin, erfüllte aber die ÖBV-Kriterien nicht.

Im ÖBV muss jeder Sportler dem Nationalkader angehören, "um für repräsentative Aufgaben nominiert" zu werden. In diesem scheint man aber nur auf, wenn man sich bereiterklärt, im nationalen Leistungszentrum zu trainieren. Und genau das wollte Mayer eben nicht. Sie sah sich durch ihre Top-100-Platzierung, damals um vier Plätze besser als die dem Kader zugehörige Simone Prutsch, in ihrer Wahl bestätigt.

Gemeinsam mit ihrem Anwalt Dr. Robin Lumsden bereitet Mayer derzeit eine Klage auf Schadenersatz gegen den ÖBV vor. Rund 80.000 Euro sollen inklusive aller Trainingseinheiten angefallen sein. Derzeit wird noch überlegt, auf welche Höhe man klagen will. Es geht Mayer dabei allerdings nicht nur um Geld.

Der Wirtschafts-Anwalt hofft, dass man sich außergerichtlich einigen kann und sich der Verband "hinsichtlich eines objektiv fixierten Nominierungsschemas festlegt". Man will nun noch eine angemessene Zeit zuwarten, die Klage ansonsten bis Ende 2012 einbringen.

ÖBV-Präsident Harald Starl verteidigte die Politik des Verbandes, außerdem habe Mayer schon lange über die Kriterien Bescheid gewusst. Der Verband habe mit dem Leistungszentrum ein perfektes Umfeld geschaffen, sagte er am Donnerstag zur APA: "Zwei Sportler haben die Quali geschafft, Österreich kann nur einen schicken. Selbst wenn sie im Kader gewesen wäre, hätte ein Nationaltrainer immer noch gegen sie entscheiden können. Das gibt es in anderen Sportarten auch", sagte Starl.

Er legte auch Wert auf die Feststellung, dass Mayer "nicht rausgeschmissen worden ist. Sie hat freiwillig unter diesen Voraussetzungen auch auf die Kaderangehörigkeit verzichtet." Auch vor Olympia habe es noch ein offenes Gespräch gegeben, wo Mayer noch einmal darauf hingewiesen worden sei. "Aber sie wollte nicht, ich kann niemand dazu zwingen." Ob man Mayer in irgendeiner Weise entgegenkommen werde? "Eines ist klar, wenn jetzt mit Klagen aufgefahren wird, dann wird es natürlich nicht leichter."

In einer später an die APA gemailte Erklärung des Verbandes wurde die Entscheidung, warum man Prutsch vorgezogen habe, weiter präzisiert. Abgesehen vom fehlenden Nationalkaderstatus Mayers sei Prutsch auch sonst als stärkere Spielerin eingeschätzt worden. "Simone hat in Absprache mit dem Nationaltrainer auf kleinere und vermeintlich schwächer besetzte Turniere grundsätzlich verzichtet und ihre Qualifikation über stärkere Turniere in Europa und Asien erreicht."

Weiters habe Prutsch gegen Mayer bei der Staatsmeisterschaft gewonnen und die beiden internationalen Turniersiege von Mayer in Afrika seien Turniere gewesen, an denen keine Spielerinnen der Top 100 der Weltrangliste teilgenommen haben. Eine außergerichtliche Einigung scheint unter diesen Umständen jedenfalls unwahrscheinlich.

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