Sport 07.06.2014

Österreich verliert EM-Finalkrimi

Die österreichischen Footballer verpassten den EM-Titel nur knapp. © Bild: APA/HANS PUNZ

Die Entscheidung zu Gunsten der Deutschen fällt nach umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen.

Eigentlich war es ein Freudentag für den österreichischen Football-Sport. Der Nationalmannschaft gelang mit Silber bei der Europameisterschaft der größte Erfolg der Geschichte. 27.000 Zuschauer feuerten das beherzt spielende Team im Wiener Ernst-Happel-Stadion an. So viele Menschen hatten in Österreich noch nie ein Football-Spiel gesehen. Die Begeisterung war groß.

Trotzdem kauerten Österreichs Footballer nach der Partie verzweifelt auf dem Rasen. Viele der harten Männer ließen ihren Tränen freien Lauf. Deutschland gewann nach Verlängerung mit 30:27 und verteidigte damit den Titel. Noch auf dem Spielfeld versammelte Headcoach Jakob Dieplinger seine Mannschaft um sich und appellierte, ein Team zu bleiben. "Wir können stolz darauf sein, was wir erreicht haben."

Die Deutschen begannen stark und kauften den Österreichern die Schneid ab. Noch im ersten Viertel gingen sie mit 14:0 in Führung. Doch Österreich kämpfte sich zurück, schrieb erstmals im zweiten Viertel an. Zuerst stellte Christopher Kappel mit einem Fieldgoal auf 3:14. Der erste Touchdown entsprang einer Kombination zweier Vikings-Spieler: Quarterback Christoph Gross gelang ein perfekter Wurf, Laurinho Walch fing den Ball sicher. Mit 9:14 ging es in die Halbzeitpause.

Im vierten Viertel ging Österreich erstmals in Führung, die Deutschen glichen per Fieldgoal zum 17:17 aus. In der Verlängerung hatten die Deutschen dann das bessere Ende für sich.

Ärger um die Referees

Für große Aufregung sorgten dabei aber die Schiedsrichter. Dass übertriebener Jubel im Football bestraft wird, wissen die Spieler. Doch am Samstagabend sanktionierten die Referees jede noch so kleine Emotion. In der entscheidenden Phase der Verlängerung waren sie damit auch für den Spielausgang verantwortlich.

Dieplinger: "Müssen die Fehler bei uns suchen"

Jakob Dieplinger (Teamchef Österreich): "Wir sind als Mannschaft sehr enttäuscht, aber trotzdem sehr stolz auf das, was wir erreicht haben. Wir sind bis ins Finale gekommen vor so einer Kulisse. Darauf haben wir sehr lange hingearbeitet. Dass es so knapp war, ist doppelt bitter.

Wie es am Schluss gelaufen ist, ist nicht ganz leicht. Diese Penaltys haben uns schon aus dem Konzept geworfen. Darin darf man aber nicht die Gründe suchen. Wir haben davor nicht gut genug gespielt. Wir hätten das Spiel schon davor sicher machen können. Das haben wir nicht geschafft. Wir müssen die Fehler bei uns suchen und nicht bei den Schiedsrichtern - auch wenn es ein bisschen fragwürdig aussieht."

Christoph Gross (Quarterback Österreich): "Wir waren wirklich knapp dran - mit der zweifachen Overtime und dem Versuch, den unsere Defense gestoppt hat. Dann sind leider die Flaggen gekommen."

Stefan Ruthofer (Verteidiger Österreich): "Wir haben gekämpft bis zum Schluss. Wir sind auch ein super Team, wir hätten es genauso verdient. Es ist trotzdem eine gute Erfahrung. Morgen oder übermorgen werden wir schon realisieren, dass es ein gutes Ergebnis war. Den zweiten Platz bei der Europameisterschaft haben wir davor noch nie erreicht."

Erstellt am 07.06.2014