Sport 05.12.2011

20. Frauen-Handball-WM mit starkem Hypo-Flair

Nachdem Österreichs Nationalteam 2010 zum ersten Mal die Teilnahme an einer Frauen-EM verpasst hat, ist Rot-Weiß-Rot nun erstmals seit 1982 auch WM-Zuschauer.

Das 20. IHF-Turnier von Samstag bis 18. Dezember in Brasilien weist dennoch einen starken Bezug zum österreichischen Handball auf. Knapp die Hälfte des Kaders der Gastgeberinnen kommt vom ÖHB-Serienmeister Hypo NÖ.

Mit Torfrau Barbara Arenhart, Daniela Piedade, Alexandra Nascimento, Samira Rocha, Francine Cararo, Fernanda Da Silva, Silvia Pinheiro und Ana Paula Rodrigues kommen acht Spielerinnen vom achtfachen Ex-Chamions-League-Gewinner aus der Südstadt. Die Gastgeberinnen, die 2016 vor heimischer Kulisse um den Olympia-Titel mitspielen wollen, sind in ihrer Heimat besonders motiviert. Über den Aufstieg in Gruppe C in Sao Paulo gegen Rumänien, Kuba, Tunesien, Frankreich und Japan sollte es keine Diskussion geben.

Man will aber diesmal mehr. "Unsere Mannschaft entwickelt sich und ich glaube, wir sind eines der besten brasilianischen Teams, das wir bisher je gehabt haben", sagte Piedade voller Euphorie. Die 32-Jährige, die in ihrer Jugend eine Leichtathletin war und seit 2002 für Hypo spielt, macht keine Geheimnis darum, was man sich im Land erträumt. "Ich glaube sogar, dass wir die Bronzemedaille gewinnen können", meinte sie vor ihrer fünften WM-Teilnahme nach 2001 (Italien), Kroatien (2003), Russland (2005) und Frankreich (2007).

Mit Piedade und Co., die in der Vorbereitung immerhin die WM-Teilnehmer Spanien, Niederlande und Montenegro geschlagen haben, reist für etwa eine Woche auch eine Hypo-Delegation mit Chefcoach Andras Nemeth, Co-Trainer Feri Kovacs und Manager Dieter Heger über den großen Teich. Die Trainer werden in einigen Partien Spielerinnen beobachten und Heger mit den Spitzen des dortien Handball-Verbands und des Nationalen Olympischen Komitees Gespräche über die Zukunft führen.

"Es geht vor allem darum, die vor dieser Saison geschlossene Kooperationsvereinbarung über den Sommer 2012 hinaus zu verlängern und das Trainingsprogramm für unsere Legionärinnen mit dem Verband abzustimmen", sagte Heger. Neben der Hypo-Abordnung ist auch der österreichische Verband im Olympia-Land von 2016 präsent. ÖHB-Teamchef Herbert Müller, dessen Schützlinge am Wochenende als Turnier-Sieger der Olympia-Generalprobe 2012 in London die WM-Teilnehmer China und Angola hinter sich ließen, wird im Rahmen einer Tour vom Start bis zum Endspiel fast alle Gruppen-Spiele beobachten.

Der Gejagte in Brasilien ist Russland. Die Russinnen könnten WM-Geschichte schreiben, wenn sie den Titel nach 2005, 2007 und 2009 zum vierten Mal in Serie gewinnen. Einen "Hattrick" hat bisher nur die UdSSR in den Jahren 1982, 1986 und 1990 geschafft. Die Jäger des russischen "Bären" in Brasilien führen Europameister (zuletzt viermal in Folge) und Olympiasieger Norwegen, Dänemark, der EM-Zweite Schweden, der EM-Dritte Rumänien, der Olympia-Dritte Südkorea sowie der Vize-Weltmeister Frankreich an.

Erstellt am 05.12.2011