Die ROMY-Gala 2013


"Es ist so weit... die Weichselbraun ist schon wieder im Fernsehen,“ witzelte Mirjam Weichselbraun zu Beginn der ROMY-Gala 2013. Gemeinsam mit ZIB-Mann Tarek Leitner führte sie durch den Abend in der Wiener Hofburg.
  Es sollte ein glamouröser Abend werden in der prachtvoll geschmückten und bunt in Szene gesetzten Hofburg. Immerhin galt es, die Publikumslieblinge des Jahres und die Menschen hinter der Kamera auszuzeichnen. Gleich in der ersten Kategorie wurde die "Beliebteste Schauspielerin" geehrt. Schauspieler Andreas Lust (re.) verkündete die Gewinnerin: Marie Bäumer. Die Ausnahmeschauspielerin, die vielen noch als Salzburger Buhlschaft in Erinnerung ist, wurde bereits 2011 nominiert. Zuletzt war sie in dem TV-Mehrteiler „Das Adlon“ zu sehen. In einer sehr emotionalen Rede wies Bäumer dann darauf hin, dass es mehr Schauspielerinnen als Schauspieler gebe, aber diese weniger verdienen. "Mehr Mut!" forderte die sichtlich bewegte Gewinnerin.
"Ihr Österreicher seid großartig mit eurer Morbiditiät und mit ihrer Skurrilität. Davon könnten sich die Deutschen noch was abschauen." Dazwischen unterhielt das Moderatorenduo Weichselbraun und Leitner mit Seitenhieben auf die Gäste aus dem nördlichen Nachbarland: "Viele Gäste aus Deutschland sind auch jedes Jahr bei uns. Die sind immer besonders glücklich in Österreich," sagte Tarek Leitner. "Wir haben grad vor kurzem darüber berichtet: Die Deutschen trinken im Jahr eine Badewanne voll Alkohol aus." "Das schaff' ich an einem Wochenende!", zeigte sich Jan Josef Liefers (Bild) schlagfertig. Die zweite Kategorie des Abends konnte ein österreichisches Show-Urgestein für sich entscheiden: Peter Rapp bekam die ROMY der Kategorie "Show". Rapp zeigte sich zunächst überrascht: "Und ich dachte immer, die G'schicht ist geschoben ..." Es war die dritte ROMY in der langen Karriere der Moderatoren-Legende. Rapp in seiner Rede: „Es gibt ja kaum noch jemanden, bei dem ich mich bedanken kann für den Anfang meiner Laufbahn  ... aber eine gibt es doch, bei der ich’s tun möchte“: bei ORF-Fernsehdirektorin Kathrin Zechner, die manchmal noch einen Job für ihn habe. Rapp hätte übrigens Stefan Raab mit der ROMY ausgezeichnet. "Ich bin immer noch da! Ich danke allen!" Neben den Publikumspreisen wurden Samstagabend auch die Gewinner der ROMY-Akademiepreise präsentiert (hier finden Sie alle Gewinner). Vergeben wurden die Preise für die Menschen hinter den Kameras bereits am Donnerstag. Zwei davon waren allerdings noch nicht bekannt gegeben worden. Einer davon war der Preis für den "Besten Kinofilm". Diese ROMY ging an Regisseur Julian Pölsler für seine Haushofer-Verilmung "Die Wand". Pölsler kommt mit Hauptdarstellerin Martina Gedeck auf die Bühne, bei der er sich dann auch herzlich zu bedanken wusste: "Für mich ist sie die Beste!" Ein erstes Highlight des Abends folgte dann mit der ROMY für die Kategorie "Unterhaltung", die von Edita Malovcic präsentiert wurde.
Der glückliche Gewinner lautete bereits zum achten Mal: Armin Assinger. Damit ist der "Mr. Millionenshow" der alleinige Rekordhalter, was ROMYS betrifft. "Bist du Moped", kommentierte der beliebte Moderator und Ex-Skiläufer seinen wenig überraschenden Erfolg. „Mittlerweile habe ich doppelt so viele ROMYs gewonnen wie Skirennen." "Zum Schluss darf ich mich bei meiner Frau bedanken, die mich seit 20 Jahren aushält." Mehr als ein „HDL“ war dann aber nicht mehr drin. Die Band hatte schon die Musik angestimmt. Auch heuer wurde wieder ein "Großer Preis der Jury" vergeben. "Wir sind ein winziges Land, ein Promille der Weltbevölkerung. Und wir glauben, dass sich alles nach uns richten muss", so Helmut Brandstätter in seiner Laudatio, der den diesjährigen Preis an die Korrespondenten des ORF überreichte. "Nein, wir brauchen Informationen aus Afrika, Asien, um der weiteren Verzwergung entgegen zu treten", ergänzte der Chefredakteur des KURIER.
  Die Funktion der Korrespondenten sei deshalb für ein kleines Land wie Österreich besonders wichtig, so Brandstätter (selbst einst als Korrespondent im Einsatz). Stellvertretend für die 26 Auslandskorrespondenten des ORF nahmen Mathilde Schwabeneder und Raimund Löw die ROMY entgegen. 4.000 Mal hätten die ORF-Kollegen aus aller Welt im Vorjahr zu den Österreichern gesprochen. Damit dies funktioniere, sei auch die entsprechende Technik wichtig, bedankte sich Löw auch bei der ORF-Technik. Als "Beliebteste Seriendarstellerin" wurde dann wie schon im Vorjahr Adele Neuhauser geehrt.
Die beliebte Schauspielerin bedankte sich in ihrer kurz gehaltenen Rede bei den Drehbuchautoren, die ihr immer so gute Rollen schreiben würden.  Das Publikum liebt Neuhauser besonders für ihre Wandlungsfähigkeit: Als Julie Zirbner brilliert sie in „Vier Frauen und ein Todesfall“, als Bibi Fellner in „Tatort“. „Ich habe das Gefühl,
das Publikum will, dass ich weiter mache. Ich mach’s", meinte Neuhauser. Als "Beliebtester Schauspieler" wurde mit Jan Josef Liefers ein Schauspieler ausgezeichnet, der dem TV-Publikum ebenfalls aus der Tatort-Reihe bekannt ist - und zwar aus dem beliebtesten deutschen Tatort, jenem in Münster. In seiner Rede zitierte er Marx, "nicht Karl Marx, sondern Groucho Marx." Der habe einmal gesagt: "Bei soviel Applaus kann ich kaum erwarten zu hören, was ich gleich sagen werde." In diesem Sinne: Ich möchte mich bei einem einzigen Menschen bedanken, bei dem ich mich noch nie bedankt habe. Beim „Gustl Opa“. 'Who The Fuck is Gustl-Opa?' werden Sie sich jetzt fragen." Zur Auflösung. Es handelte sich dabei um Liefers Großvater, dessen "Reiselust" den Mann zunächst ins Sächsische getrieben habe. Und "seine Fleischeslust dann in meine Großmutter." Nächste Kategorie: Die ROMY im Bereich "Information" ging an Peter Resetarits. Das Publikum honorierte mit ihm heuer einen unermüdlichen Kämpfer, der sich durch  unprätentiöses Engagement auszeichnet. Und dann kamen die Hasen - und die Blasmusik. Sie kündigten den Spezialpreis der Jury für die erfolgreiche ORF-Serie "Braunschlag" an.
Regisseur David Schalko überzog seine Dankesrede um mehr als eine Minute und dankte sogar "Onkel Erwin", der "Niederösterreich in sieben Tagen erschaffen hat". Das Waldviertel in Niederösterreich ist der Schauplatz seiner Serie. In diesem Fernsehereignis des Jahres 2012 ging es um „Korruption, Verrat und Betrug“, wie Mirjam Weichselbraun und Tarek Leitner festhielten. Um „Probleme, mit denen wir uns, vor allem im letzten Jahr, intensiv haben auseinandersetzen müssen“. Die ORF-Serie „Braunschlag“ war aber auch lustig und sehr gut gespielt. . . was alles zusammen den Spezialpreis der Jury mehr als rechtfertigt. "Grey's Anatomy"- und „Private Practice“-Star Kate Walsh präsentierte im Anschluss die nächste Kategorie: "Beliebtester Seriendarsteller". Glücklicher Gewinner war Henning Baum. Der deutsche Publikumsliebling und Charismatiker aus der Serie "Der letzte Bulle" konnte sich über seine zweite Romy freuen. „Sehr gute Idee, dass es zuerst was zu Essen gibt, und dann erst den Preis,“ sagte Baum in seiner Dankesrede. „Dieser Preis verbindet mich mit dem Publikum in Österreich. Und er ist Erinnerung und Mahnung.“ Die Akademie-ROMY für die "Beste Regie in einem Kinofilm" ging an Matthias Schweighöfer für „Schlussmacher“. „Du gehst jetzt eine Beziehung mit einer Frau ein, die du nicht mehr beenden kannst“, meinte Mirjam Weichselbraun zu seinem ROMY-Gewinn. „Es ist mein erster Preis als Regisseur und Produzent überhaupt," meinte Schweighöfer bewegt. "Ich möchte mich bedanken, dass man bei der ROMY so viel trinken darf nebenher, auch wenn die Kategorie schon sehr spät dran ist.“ Nun waren alle Publikumspreise vergeben. Nur ein Preis fehlte noch. Es sollte zugleich Höhe- als auch Schlusspunkt einer kurzweiligen und unterhaltsamen Gala werden: Die Übergabe der PLATIN-ROMY an Armin Mueller-Stahl, den großen Schauspieler, der auch als Maler und Musikant tätig ist. Suzanne von Borsody würdigte den Preisträger in ihrer ausführlichen Laudatio: "Sie sind  - fast - ein Gigant. Fast, denn der Mythologie nach sind Giganten besonders große und mächtige Wesen mit magischen Kräften, die aber eben keine Menschen sind. Sie aber sind Mensch, durch und durch. So einer, wie er kaum menschlicher sein könnte, mit einem Leben, das lebendiger kaum sein könnte. Denn eigentlich haben Sie - in den nun 82 Jahren - bis jetzt gleich mehrere Leben gelebt." Armin Mueller-Stahl bedankte sich für die bewegende Laudatio - und für die Platin-ROMY mit einem selbst geschriebenen Gedicht, in dem er an seine sechzigjährige Karriere erinnerte. Sichtlich von den Standing Ovations bewegt, rief der 82-jährige deutsche Weltstar zum Abschluss alle ROMY-Gewinner zu sich auf die Bühne.
 
(KURIER) Erstellt am
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