Winterreifentest: Fast nur Musterschüler

Winterreifentest: Fast nur Musterschüler
Von 30 getesteten Pneus fiel nur einer komplett durch, neun Mal gab es die Bestnote. Nachholbedarf in der kleineren Dimension. Winterreifen sollten nie im Sommer weitergefahren werden.

Unterm Strich fiel das Ergebnis durchaus erfreulich aus, vor allem, was die deutliche Verbesserung gegenüber den letzten beiden Jahren betrifft. ÖAMTC, ADAC und einige europäische Partnerinstitutionen haben beim diesjährigen Winterreifentest insgesamt 30 Pneus auf Herz und Nieren geprüft. Vierzehn davon hatten die Dimension 175/65 R14 T (Klein- und Kompaktwagen), sechzehn hatten die Dimension 195/65 R15 T, welche auch die meistgekaufte Winterreifendimension in Österreich ist.

Neun Reifen erhielten abschließend das Prädikat "sehr empfehlenswert", achtzehn weitere die Note "empfehlenswert". In der kleineren Dimension wurden der Continental ContiWinterContact TS830, der Michelin Alpin A4 und der Dunlop SP Winter Response mit der Bestnote bedacht. Unter den Kandidaten mit "empfehlenswert" fanden sich hier Modelle aus dem mittleren Preissegment (wie Sava oder Ceat), aber auch Premiumhersteller wie Goodyear mit dem brandneuen Ultragrip 8.

Genau dieser Goodyear zeigte auf den ersten Blick ein erstaunliches Ergebnis, das jedoch in Wahrheit recht häufig vorkommt: Er erreichte in der größeren Dimension ein Topergebnis, in der kleineren dagegen nicht. Das hat teils mit unterschiedlichen Konkurrenten in der jeweiligen Reifengröße, aber auch mit tatsächlich anderen Messergebnissen zu tun.

Eis

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In der größeren Dimension waren gleich neun völlig neue oder modifizierte Modelle vertreten. Die Ergebnisse waren teils durchaus überraschend: Continental und Semperit verbuchten den geringsten Verbrauch, Goodyear das beste Verhalten auf Nässe, Michelin den geringsten Verschleiß und Pirelli die beste Bewertung auf Eis.

Auch hier waren "empfehlenswerte" Kandidaten aus sehr unterschiedlichen Preiskategorien vertreten, darunter der hierzulande weitgehend unbekannte GT Radial aus Indonesien. Völlig durchgefallen ist nur der Trayal Arctica aus Serbien, der u. a. durch sehr lange Bremswege auf Nässe negativ auffiel.

Winterreifentest: Fast nur Musterschüler

Parallel zum großen Reifentest wurde heuer auch ein Nachweis erbracht, dass das "Durchfahren" eines Winterreifens im Sommer keine gute Idee ist. Die Prüfer fuhren dazu eine Distanz von 20.000 km mit dem Michelin Alpin A4, und zwar über zwei Winter und den dazwischen liegenden Sommer ohne Reifenwechsel. Die anschließenden Messungen und Tests zeigten, dass die Gripkanten des Winterreifens durch die starke Beanspruchung abgerundet und entsprechend schwach wirksam waren. In der Traktion erreichte dieser Reifen nur noch 60 Prozent der Zugkraft eines neuen Reifens, auch die Bremsleistung war bereits etwas geringer. Das zeigt deutlich: Jede Saison verlangt den dafür gebauten Reifen. Die ÖAMTC-Sicherheitsformel dazu: 4x4x4. Also: Vier gleiche Reifen, maximal vier Jahre lang benutzen - und nicht weniger als vier Millimeter Restprofiltiefe.

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