Wien: Weltgrößte Modelleisenbahn geplant

Standort der Attraktion wird ein Gebäude im Wiener Prater sein. Neben Familien sollen vor allem Touristen ein neues Sightseeing-Ziel bekommen.

Wien soll bis 2014 die weltweit größte Modelleisenbahnanlage bekommen, wenn es nach Gerhard Vavra, Geschäftsführer der Worlds of Rails GmbH, geht. Das 18 Mio. Euro schwere Gesamtprojekt soll bereits in den nächsten Monaten starten. Standort der Attraktion wird ein Gebäude im Wiener Prater sein, wobei die Finanzierung auf noch wackeligen Beinen stehen dürfte. 

(Bild: Ein Modell des ersten Bauabschnitts: Wien, Wachau, Semmering, Alpen - und New York) Derzeit sei erst die Hälfte der vorgesehenen Investitionen fix finanziert, gestand der Geschäftsführer. Die Prater Service GmbH hatte bereits im Vorfeld betont, dass noch keinerlei Verträge abgeschlossen worden seien. Die derzeit weltweit größte Modellanlage in Hamburg hat eine Gesamtfläche von 1.250 Quadratmetern. "Hamburg hat in etwa um viermal weniger Touristenankünfte als Wien und trotzdem besuchen dort eine Million Menschen die Modellanlage - 300.000 kommen sogar extra nur für die Anlage in die Hansestadt", sagte Vavra (Bild). Daher sei das Potenzial in Wien - noch dazu mit dem Standort Prater - um vieles größer und würde seinen vorsichtigen Schätzungen zufolge mindestens 500.000 Besucher pro Jahr anlocken.

Für die geplante Teileröffnung im Jahr 2012 sollen zwar zunächst nur 1.000 Quadratmeter der Anlage fertig sein, allerdings würden jährlich 250 Quadratmeter dazu gebaut werden. 2014 soll dann in Wien die weltweit größte Modelleisenbahnanlage in ihrer Gesamtpracht zu bewundern sein. Highlights dieser realitätsnahen Nachbildung im Maßstab 1:87 soll unter anderem die Bundeshauptstadt mit dem Stephansdom sein oder der Hafen von New York mit Modellschiffen, die in einem 220 Quadratmeter großem Ozean schwimmen sollen. Daneben will man die unter UNESCO Weltkulturerbe stehende Semmeringbahn auf einer 50 Meter langen Strecke nachbauen.

(Bild: Schwedenplatz) Das Projekt soll über Investoren - zum Teil von englischen Großbanken - und Partnerschaften wie mit Tourismusregionen finanziert werden. Noch sei man allerdings in Verhandlungen, derzeit sei circa die Hälfte der Gesamtkosten fix finanziert, sagte Vavra. Auch mit der Stadt Wien wolle man in Kürze in Gespräche gehen, denn immerhin würde das Projekt für Wien - abseits der zusätzlichen Touristen - auch 1.000 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen.

Gebaut werden soll die Anlage zu einem Großteil in der Slowakei, in der Stadt Senitz - aufgrund "deutlich niedrigerer Lohnkosten", wie Vavra erläuterte. Dort würden 60 Menschen daran arbeiten. Nach Wien kämen die vorgefertigten Anlagenteile per Lkw, wo sie dann an Ort und Stelle von 40 Menschen zusammengebaut würden.

Hauptzielgruppe neben Touristen sollen Familien sein. Gerade deswegen wurde in der Planung auch Rücksicht auf die Interessen von Frauen und Kindern genommen. So will Vavra dank einer Fantasy-World mit Schlössern, Burgen, Feen und Prinzessinnen für Interesse bei Damen sorgen. Für die Kinder soll es ein eigenes Spielzimmer geben.
(apa, KURIER.at / big) Erstellt am
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