"Weibstolle" Hirsche im Salzburger Land

In Wagrain am Pool entspannen geht am besten, wenn man vorher auf einen Berg kraxelt. Ein Wanderbericht aus wärmeren Herbsttagen.

Im Herbst noch einmal gemütlich entspannen und der Stadt entfliehen, ehe die ganz kalte Jahreszeit kommt - so wollten wir, zwei Stadtmädchen, das. Unser Reiseziel: Wagrain in Salzburg, konkret das Hotel Edelweiß. Das liegt so hoch oben, dass man aus jedem Zimmer einen guten Blick auf die umliegenden Berge hat und in der Nacht die Sterne zählen kann. Ob der sommerlichen Temperaturen ließen wir uns gleich für den zweiten Tag vom Hausherrn zu einer Wandertour überreden. Schlag 9 Uhr 30 standen wir in der Rezeption abfahrbereit. Mit dem Auto ging es ins Kleinarltal, vorbei am Waggerl-Museum und am früheren Café von Olympia-Siegerin Annemarie Moser-Pröll zum hinteren Ende des Tals. Von dort wagten wir uns zu Fuß weiter zum Tappenkarsee auf 1800 Höhenmeter. An sich kein großes Problem - hätten die beiden Stadtmädchen nicht auf unsere Wanderschuhe vergessen. Mit unseren Converse an den Füßen spürten wir jeden Stein. Eine unmittelbare Wandererfahrung eben. Meter um Meter kämpften wir uns auf einem Serpentinenweg nach oben in Richtung Baumgrenze. Anfangs plauderten wir dabei locker und viel. Der Weg wurde steiler und gegen Ende verstummte das Gespräch nahezu. Nach knapp zwei Stunden war der See erreicht. Wir waren fertig aber überwältigt. Jetzt war es das das Seepanorama, das den Atem raubte. Die Rast in der wunderbaren Kulisse wurde von einem großen Wurststeller mit Hausbrot und obligatorischem Schnaps begleitet. Und auch wenn die Hütte mit ihrer Lage zum Verbleib lud, ging es wieder bergab. Körperlich erledigt, aber recht stolz auf die eigene Leistung ging es mit dem Auto zurück zum Hotel. Powernapping auf dem Rücksitz inklusive - aber einmal Schwimmen im Pool ging dann doch noch. Aus dem Delirium im Liegestuhl riss uns immer wieder das Röhren aus den umliegenden Wäldern. Achja, was hat der Hausherr noch gleich erzählt?  "Die weibstollen Hirsche treiben es im Herbst besonders bunt." Am nächsten Tag haben wir dann nur mehr gefaulenzt. Im Spa-Bereich mit Asia-Einschlag, im Panorama-Hallenbad, beim Saunieren und Dampfbaden ließ sich gut entspannen und lesen - was noch fehlte war eine fernöstliche Massage und ein Sonnenbrand im Oktober. Beides schafften wir problemlos. Nach drei Tagen in dieser Salzburger Enklave der Ruhe und Gemütlichkeit kamen uns Großstadtgewusel, Lärm, Stress und ewige Wiener Grantigkeit ganz fern vor. Um uns langsam wieder an städtischere Gefilde zu gewöhnen, machten wir auf der Rückfahrt noch schnell eine Kaffeepause in der Salzburger Innenstadt. Wagrain bietet ganzjährig Outdoor-Aktivitäten. Im Sommer Wanderungen, Nordic-Walking und Golf. 

Touren sind unter anderem zum Tappenkarsee, zur Karseggalm und zum Hochgründeck möglich. Converse-Jünger können entlang des Jägersees am hinteren Ende des Kleinarltals spazieren gehen. Das Skigebiet Wagrain ist der Mittelpunkt der Skischaukel Flachau-Wagrain-St.Johann. Österreichs größtes Skigebiet, Ski Amadé, umfasst 860 km Pisten und 260 Liftanlagen. Das Hotel Edelweiß ist ein Familienbetrieb, der auf Massenabfertigung verzichtet - es gibt knapp 40 Zimmer. Im Dezember 2010 wurde das Green Spa eröffnet. Es ist Österreichs einziges Hotel-Spa in Passivbauweise. Im Restaurant werden Produkte aus der Region verkocht.
Zahlreiche Wanderrouten führen direkt vom Hotel weg.
Es ist zudem Partnerhotel des Golfclubs Radstadt. Im Winter ist auch im Edelweiß alles auf Wintersport ausgerichtet. Ab 1. Dezember startet das Hotel in die Wintersaison.
(KURIER.at / mn) Erstellt am
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