Reise
08.06.2018

Was Verkehrssünden im Ausland kosten

Alkohol- und Tempolimits, Telefonieren am Steuer, Parken: Was Sie bei Vergehen blechen müssen.

"Wer demnächst eine Autoreise ins europäische Ausland plant, ist gut beraten, sich vorab über die vor Ort geltenden Verkehrsbestimmungen zu informieren", sagt ÖAMTC-Touristikerin Kristina Tauer. "Die Strafen für Verstöße im Ausland weichen oftmals von den heimischen ab." Die zu zahlenden Beträge sind teilweise weitaus höher. Und sogar Gefängnisstrafen drohen in Fällen, wo dies in Österreich nicht üblich wäre. "Wird man in der Slowakei alkoholisiert von der Polizei angehalten, kann man festgenommen werden – auch ohne einen Unfall verursacht zu haben", weiß die Expertin.

Zudem werden Strafsätze immer wieder auch erhöht. In Deutschland ist die Strafe für Telefonieren am Steuer ohne Freisprecheinrichtung von 60 auf 100 Euro gestiegen. Die Expertin liefert einen Überblick über wichtige ausländische Verkehrsstrafen:

Alkohol am Steuer

Ob daheim oder im Urlaub: Trinken und Fahren ist nie eine Gute Idee. "Generell drohen drastische Folgen bei Fahrten unter Alkoholeinfluss", sagt Tauer. "In Großbritannien ist sogar eine Freiheitsstrafe bis zu sechs Monate möglich und die Geldstrafe ist nach oben unbegrenzt." In Schweden droht ab 1,0 Promille eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Monat. Und in Italien kann bei einer Blutalkoholkonzentration ab 1,5 Promille das Fahrzeug enteignet werden.

Telefonieren am Steuer

Während der Fahrt ohne Freisprecheinrichtung zu telefonieren ist nicht nur in Österreich verboten. Hier gibt es auch anderorts saftige Strafen, so seien in Italien 160 Euro, in Dänemark 200 Euro und in den Niederlanden und Großbritannien sogar 230 Euro fällig, so Tauer.

Falschparken

"Wer sein Fahrzeug nicht ordnungsgemäß parkt, kommt in einigen Ländern nicht billig davon. Fürs Falschparken wird man in den Niederlanden mit mindestens 95 Euro gestraft, in Spanien zahlen Parksünder bis zu 200 Euro und in Ungarn sogar bis zu 325 Euro", erklärt die ÖAMTC-Expertin.

Überhöhte Geschwindigkeit

Raser mit Bleifuß müssen auch im Ausland tief ins Börserl greifen. Überschreitungen von 20 km/h kosten in Norwegen mindestens 375 Euro, in Schweden 250 Euro und in Italien 170 Euro.

Wer Strafe schnell bezahlt, kann sparen

In manchen Ländern werden bei sofortiger Bezahlung erhebliche Rabatte gewährt: So wird z.B. in Spanien bei Bezahlung der Strafe innerhalb von 20 Tagen nur der halbe Betrag fällig. In Italien ist ein Nachlass in Höhe von 30 Prozent bei Begleichung binnen fünf Tagen ab Zustellung möglich – wird die Strafe hingegen nicht binnen 60 Tagen bezahlt, verdoppelt sich der zu zahlende Betrag. Frankreich gewährt ebenfalls Ermäßigungen bei Zahlung innerhalb von 15 Tagen.

Offene Strafen aus dem EU-Ausland können auch in Österreich zwangsweise eingetrieben werden. Daher sollten ausländische Strafzettel keinesfalls ignoriert werden. Auch bei der Wiedereinreise in das Urlaubsland ist die Einforderung der Strafe möglich. Wer einen ausländischen Strafzettel erhält, kann sich zur Klärung der Zahlungsverpflichtung an die  ÖAMTC Rechtsberatung wenden. Alle Infos dazu: www.oeamtc.at/rechtsberatung.