Fuzo um das Kolosseum in Rom geplant
Als letzter Akt seiner Amtszeit will der vergangene Woche zurückgetretene römische Bürgermeister Ignazio Marino noch seinen Traum verwirklichen und das Gelände rund um das Kolosseum in Rom zur kompletten Fußgängerzone machen. Derzeit ist die auf das antike Amphitheater zulaufende Straße der Kaiserforen noch für Taxis und Busse befahrbar.
Marino hat zwar vergangene Woche im Zuge eines Skandals um Privatausgaben seinen Rücktritt eingereicht, er bleibt aber noch zwei Wochen im Amt und prüft, ob die Bedingungen für den Aufbau einer neuen Koalition im Gemeinderat möglich ist. Bis dahin will er noch eine Verordnung unterschreiben, mit der die Kaiserforen komplett vom motorisierten Verkehr befreit werden sollen. Zugelassen sind dann neben Fußgängern nur noch Radfahrer.
Marino hatte bereits im Sommer 2013 nach seiner Bürgermeisterwahl die Umwandlung der zum Kolosseum zulaufenden Straße der Kaiserforen in eine Fußgängerzone beschlossen. Seitdem ist die Straße nur noch von Taxis und Bussen befahrbar. Das Versprechen, eine Fußgängerzone vor dem Kolosseum zu schaffen, war Teil seiner Wahlkampagne, mit der Marino die Wahlen in der 3,5-Millionen-Metropole gewonnen hatte.
Geschäftsbesitzer fürchten Gewinneinbußen
Die letzte Initiative Marinos als Bürgermeister löste Proteste aus. Starke Kritik kommt von Geschäftsleuten und Anrainern der Ausweichstraßen, die sich in Bürgerkomitees zusammengeschlossen haben. Während Geschäftsbesitzer Gewinneinbußen fürchten, rechnen die Anrainer der Umgehungsrouten mit noch mehr Verkehr und Parkproblemen.
Ignazio Marino ist nach einem Skandal um veruntreute Steuergelder zurückgetreten. Die Staatsanwaltschaft hatte Ermittlungen aufgenommen, weil Marino mit einer Kreditkarte der Stadt private Abendessen bezahlt haben soll. Der Bürgermeister hatte jedes Fehlverhalten zurückgewiesen, aber angekündigt, die beanstandeten etwa 20.000 Euro zurückzuzahlen. Der 2013 zum Bürgermeister gewählte Transplantationschirurg steht seit Monaten in der Kritik und war auch in seiner eigenen Partei zunehmend isoliert.
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