Ronda: Traumhafte Stadt in luftiger Höhe

Die zweigeteilte Stadt Ronda liegt im Süden Spaniens nahe der Costa del Sol. Was ist an der in den Bergen gelegenen Stadt so besonders? Die riesige Schlucht, die die Stadt in zwei Hälften teilt.

"Die Ortschaft - phantastisch und überaus großartig." - Die zweigeteilte Stadt begeisterte schon Dichter Rainer Maria Rilke und inspirierte ihn zu zahlreichen Gedichten. Ronda liegt inmitten einer malerischen Berglandschaft in der Nähe der Costa del Sol. Von Malaga oder Marbella fährt man eine knappe Stunde über die serpentinenreiche Straße. Nichts für Autofahrer mit schwachen Nerven. Überholen ist zwar möglich, aber nicht zu empfehlen. Einmal in Ronda angekommen, entschädigt die wunderschöne Kulisse für die stressige Fahrt. Wahrzeichen der Stadt ist der Puente Nuevo. Der Puente Nuevo wurde bereits 1793 erbaut. Die Brücke führt über den Tajo, die tiefe Schlucht, die Ronda in zwei Hälften teilt. Auf der einen Seite befindet sich der alte maurische Teil, auf der anderen der Aeue, der im 16. Jahrhundert hinzukam. Neben dem Puente Nuevo gibt es noch zwei weitere Brücken, die die Stadtteile verbinden: Der Puente Àrabe und der Puente Viejo.

Im Bild: Blick auf den maurischen Teil. Unglaublich ist der Ausblick vom Puente Nuevo auf die Schlucht. Die Brücke ist über 100 Meter hoch und es besteht die Möglichkeit eine endlose Zahl an Treppen hinunter ... ... ins Tal zu gehen. Alleine die Aussicht ist es wert, die alte Stadt zu besuchen. Dank der hohen Lage blickt man fast bis zum Meer. Neben der riesigen Brücke gibt es auch noch viele andere Dinge zu besichtigen, eines davon ist die Casa des Rey Moro, das "Haus des Maurenkönigs". Zunächst ein Blick von außen - ein verwunschener Garten? Beinahe: Es ist ein traumhafter, von Landschaftsarchitekten Jean Claude Nicolas Forestier angelegter Garten aus dem 18. Jahrhundert. Ein wenig verfallen ist die ehemals stattliche Villa dann aber doch. Die "hängenden Gärten" Forestiers binden die einzigartige Landschaft um Ronda perfekt in die Gartenarchitektur ein. Das Gebäude selbst darf nicht betreten werden - zu gefährlich. Aber vielleicht wird es hergerichtet - die Dame beim Kartenverkauf war zuversichtlich. Doch das eigentliche Geheimnis der Casa del Rey Moro ist ... ... La Mina. Durch diese wenig einladende Tür führen ... ... durch einen wenig einladenden Gang über 200 Stufen in eine unterirdische Verteidigungsanlage aus dem 14. Jahrhundert. Damals gehörte das Gebäude noch dem maurischen Herrscher, der die Anlage in Auftrag gab, um im Belagerungsfall Wasser aus der Schlucht holen zu können. Der anstrengende Marsch lohnt sich, denn unten angekommen steht man vor glasklarem Wasser inmitten der Schlucht. Sehr idyllisch, jedoch mit Gelsen. Außer Atem wieder oben angekommen fallen dem Besucher noch die schönen Details der Villa auf: Bunte Fliesen an Wänden und Boden. Weiter ging der Marsch durch die Straßen Richtung Rathaus und Iglesia de Santa Maria la Mayor. Die Kirche Santa Maria la Mayor wurde nach der Eroberung Rondas (1485) von Ferdinand dem Katholischen in Auftrag gegeben. Davor stand an dieser Stelle die ehemalige Hauptmoschee, an die noch ein Hufeisenbogen erinnert. Der Turm ist ein umgebautes Minarett. Wohin man blickt, sieht man schöne Details, wie diese Straßenlaterne. Unbedingt genießen sollte man einen Kaffee am Plaza de C. Abela oder die typischen Tapas, die ... ... es unbedingt abseits der Touristenlokale zu bestellen gilt. Wie man die findet? Einfach einige Einheimische fragen! In diesem entzückenden Lokal "Faustino", in der Calle Santa Cecilia 4, kann man zwar nur innen Platz nehmen, dafür waren die Tapas köstlich und relativ preiswert. Die Stierplakate an den Wänden zeugen von dem Stolz der Einwohner auf ihren Stierkampf. Wie der Name des Plaza de Toros verspricht findet man hier auch die Stierkampfarena. Dem Esel gefällts, dem Stier wohl weniger. Durch ein barockes Portal geht es in eine der ältesten Arenen des Landes. Gekämpft wird in der Arena fleißig, jedoch vorwiegend im Mai. Hier befindet sich auch die eine Schule, in der Stierkämpfer ausgebildet werden. Außerdem stand in dieser Arena der legendäre Stierkämpfer Francisco Romero im 18. Jahrhundert als erster einem Stier zu Fuß und nicht zu Pferd gegenüber. Ein Blick auf die Stadt, typisch für Spanien - aus Fliesen. Warum sind die Orangen in Spanien so billig? Weil sie auf den Bäumen wachsen. Der Urlauber ist geneigt gleich zu ernten. Ronda begeisterte nicht nur Hemingway und Rilke - die Stadt ist eine Reise wert.
(KURIER.at) Erstellt am
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