Kuriose Museen in Österreich

Am 1. Oktober lockt die "Lange Nacht der Museen" wieder in die Kulturinstitutionen des Landes. KURIER.at zeigt Ihnen kuriose und interessante Museen abseits des Mainstreams.

Über 660 Museen und Galerien halten in der "Langen Nacht der Museen" ihre Pforten für kulturaffine Nachtschwärmer geöffnet. Neben den großen, renommierten Kulturinstitutionen warten zahlreiche kleine, außergewöhnliche Schauen darauf, von den Museumsbesuchern entdeckt zu werden. KURIER.at stellt Ihnen einige der kuriosen Museen unseres Landes vor. Kleines Sanitärmuseum

Dem wohl wichtigsten Bedürfnis des Menschen widmet sich das "Kleine Sanitärmuseum" im südsteirischen Leibnitz. 1994 öffnete Erika Haas ihre über 200 Stück umfassende Privatsammlung über die Entwicklungsschritte der menschlichen Hygiene für die breite Öffentlichkeit. Ihr ältestes Stück, ein barockes Zimmerklosett, ist aus dem Jahr 1683. Sehenswert sind die Schaukelbadewanne, wie sie auch von Kaiserin Sissy bei Hofe verwendet wurde, eine Schrankwanne aus den 1960er Jahren, die platzsparend in einem Kasten verstaut und bei Bedarf ausgeklappt werden kann oder die mobilen Toiletten, die auf Kutschen mitgeführt wurden. 

Kleines Sanitärmuseum
Fettingergasse 13
8430 Leibnitz Bestattungsmuseum Wien

"A schene Leich" ... Das Bestattungsmuseum wurde 1967 gegründet und beherbergt ca. 1000 Objekte rund um die Bestattung. Zudem gibt's Infos zu alten Ritualen und Bräuchen rund um das Begräbnis.

Das Museum widmet sich dem Totenkult und gibt einen weltweit einzigartigen Gesamtüberblick darüber, sowie über Bestattungsrituale im Allgemeinen. Auf pietätvolle Weise wird hier mit der Thematik Sterben und Tod umgegangen. 

Im Bild: Leichenkutsche um 1867. Skurrilitäten wie der Josefinische Sarg, der wiederverwendet wurde, sind hier zu sehen. Soll heißen: Der Leichnam wurde in den Sarg gelegt, unten öffneten sich die Klappen und der Tote fiel in das Erdgrab. Eingeführt wurde diese wenig schmeichelhafte Bestattungsmethode, um Geld zu sparen. Bestattungsmuseum Wien

Goldeggasse 19
1041 Wien
Tel.: (01) 501 95 / 0 Museum historischer Bierkrüge

In diesem Museum wird nicht dem güldenen Gerstensaft gehuldigt, sondern seinem Behältnis. Im ersten Bierkrugmuseum Österreichs, das 2006 von  Johann Hasenauer (Bild) gegründet wurde, finden Bierliebhaber und Sammler Krüge und Trinkgefäße aus mehreren Jahrhunderten. Die Sammlung umfasst Exponate aus der Zeit zwischen dem 15. und 21. Jahrhundert. Viele der Krüge und Trinkgefäße stammen aus der Hand von Kunsthandwerkern, die zunächst allerdings nur für die oberen Schichten, die es sich leisten konnten, Behältnisse anfertigten. Erst später, während der Renaissance wurde es auch den bürgerlichen Schichten möglich schöne Krüge anfertigen zu lassen. Diese wunderschön verzierten kleinen Kunstwerke können in Hainfeld in Niederösterreich bestaunt werden. 

Museum Historischer Bierkrüge (MHB) 
Wiener Straße 16 
3170 Hainfeld Condomi-Museum

Alles rund um DAS Thema. Kuriose Verhütungsmethoden, Kondomgeschichte und allgemeine Informationen zum Thema Sex und Verhütung finden Sie in diesem Museum. Untergebracht ist es im Kellergewölbe des Erotikfachgeschäfts "Liebenswert - feminine Lebensart" und Interessierte finden hier circa 300 verschiedene Exponate - vom Schafsdarm (erste Kondomidee) bis zum Latexmodell. Liebenswert - feminine Lebensart

6., Esterhazygasse 26
Tel. 595 52 55
Mo-Fr 12-19, Sa 12-18
www.liebens-wert.at/veranstaltungen/condomi-museum

Öffnungszeiten:
(Mo bis Fr 11 bis 19 Uhr, Sa 11 bis 18 Uhr) Museum Mechanische Klangfabrik

"Musik liegt in der Luft", so könnte das Motto dieses interessanten Museums im oberösterreichischen Haslach lauten. Hier finden Interessierte insgesamt 160 Exponate von mechanischen Musikinstrumenten. Das Besondere daran, sie können nicht nur bestaunt, sondern auch gehört werden. Während einer Führung ist sowohl ein Blick in das Innenleben der Instrumente, sowie ein Hörgenuss möglich. Kurios und interessant sind die Musikautomaten, die früher vor allem in Tanzsälen oder Cafés für Unterhaltung sorgten. Auch die Entwicklung der mechanischen Musikinstrumente, sowie musikhistorische und technische Details können während eines Rundgangs nachvollzogen werden. Auch ein selbstspielendes Klavier findet sich in den Räumlichkeiten der ehemaligen Haslacher Textilfabrik Vonwiller, in denen das Klangmuseum untergebracht ist. Vorgeführt werden Orchestrien, Glockenuhren, Drehleiern, Grammophone, Rückenklaviere, Phonographen und Tanzorgeln. In dem liebevoll inszenierten Museum darf getanzt, gelacht und gesungen werden. Museum Mechanische Klangfabrik

TuK Vonwiller
Stelzen 16
4170 Haslach an der Mühl
Tel: +43 (7289) 71557 oder +43 (7289) 72300 Brennpunkt° - Museum der Heizkultur Wien

"Ein Brennpunkt ist ein Ort, auf den Strahlen aus verschiedenen Richtungen treffen. So ist auch dieses Museum zu verstehen: als Einrichtung mit speziellem Inhalt und breiter Strahlkraft." Lässt die Homepage des Museums für Heizkultur verlauten. 


Geöffnet ist ein Museum, das sich dem Heizen widmet, natürlich nur in der kalten Jahreszeit (ab Oktober). Interessierte können in der Ausstellung einzigartige Exponate wie alte Kesselanlagen oder Dampfheizungen bewundern. Aber auch alte Kaffeemaschinen (siehe Bild) sind ausgestellt. Gezeigt wird die Veränderungen, die die Heiztechnik über die Jahre hinweg durchlaufen ist. Nachvollziehbar wird das Ganze anhand von interaktiven Spielstationen, durch die man sich den Themenbereichen Heizen und Energie nähern kann.

Abgeschlossen wird der Rundgang mit einem Blick in die Zukunft der Energieversorgung. Brennpunkt - Museum der Heizkultur

Telefon: +43 1 4000-34100
Öffnungszeiten: Oktober bis Mai 
Montag bis Mittwoch: 9 bis 12 und 13 bis 16 Uhr
Sonntag: 10 bis 16 Uhr Esperantomuseum Wien

Esperanto bezeichnet eine Plansprache, deren Grundlagen von Ludwik Leijzer Zamenhof 1887 unter dem Pseudonym Doktoro Esperanto (Hoffender) veröffentlicht wurde. Dadurch sollte eine leicht erlernbare, neutrale Sprache entwickelt werden, die dazu diente die internationale Verständlichkeit zu fördern. Andere Sprachen sollten dadurch nicht ersetzt werden. Dank Zamenhofs Initiative entstand eine internationale Sprachgemeinschaft, Anwendung findet Esperanto bei Brieffreundschaften oder auch im Amateurfunk. In Wien wurde dieser speziellen Plansprache ein eigenes Museum gewidmet. Hofrat Hugo Steiner gründete das Esperantomuseum bereits 1927 als Verein und 1928 wurde es als Museum und Fachbibliothek im Gebäude der Österreichischen Nationalbibliothek eingerichtet. 1990 wurde die Sammlung für Plansprachen gegründet und in Museum und Bibliothek getrennt. In der weltweit größten Fachbibliothek für Plansprachen bereits  sind ca. 500 Plansprachen dokumentiert, Esperanto und Interlingua sind die wichtigsten davon. 
Neben den Klassikern finden Interessierte auch unkonventionelle Versuche das Sprachproblem zu lösen. Ein Beispiel dafür ist die Wiederbelebung klassischer Sprachen wie Latein oder das klassische Griechisch. Für alle Fans von Star Trek ist ebenfalls gesorgt, denn Klingonisch darf unter den Plansprachen nicht fehlen. Im Esperantomuseum kann somit viel Neues gelernt und vor allem der Idee der Plansprachen auf den Grund gegangen werden. 

Im Bild: Nationalbibliothek, in der die Esperantobibliothek untergebracht ist. 

Esperantomuseum
Palais Mollard, 
Herrengasse 9
Postfach 308
1015 Wien
Tel.: (+43 1) 534 10-730 Das Wiener Kriminalmuseum 

Gruseln einmal anders. Untergebracht im Keller des "Seifensiederhauses", einem der ältesten Häuser der Leopoldstadt, können hier einige interessante Kriminalfälle der letzten Jahrhunderte bestaunt werden. Ein Beispiel dafür der letzte Galgen des Scharfrichters Lang oder eine Guillotine (Bild). 

Wiener Kriminialmuseum
Große Sperlgasse 24
1020 Wien
(KURIER.at / Lydia Kozich, sog) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?