Kofferpacken, reduziert und richtig

Wie lege ich meine Sachen korrekt zusammen? Wie reduziere ich Gewicht? Was muss unbedingt mit? Und wie sagte Antoine de Saint-Exupéry: Wer glücklich reisen will, reise mit leichtem Gepäck.

ICH PACKE DAS! ODER DOCH NICHT?

"Das willst du doch nicht alles mitnehmen? Wir brauchen dort doch nix!" Seit Beginn unserer Lebensbeziehung kommt dieser Satz des Schatzimanns vor jeder Reise. Seit vielen Jahren also mehrmals pro Jahr (wir verreisen viel) und mit "Da kannst du Gift drauf nehmen"-Sicherheit. Ich lauere auf diesen Ausspruch fast schon mit Schaum vor dem Mund. Ehen scheitern an solchen Sätzen (die ständige Frage "Wo ist eigentlich mein . . ." ist übrigens auch so einer). Im Ernst: Ich bin eine äußerst disziplinierte Packerin und weiß, dass Kofferpacken die Kunst des Weglassens ist. Mein Mantra: Weniger, noch weniger und noch weniger ist viel mehr. Nie wieder werde ich schweißgebadet und hyperventilierend auf meinem Koffer knien, um das Schloss zuzukriegen. Nie mehr werde ich unverschämte Geldstrafen für Übergepäck zahlen (habe ich erwähnt, dass ich Kofferpacken hasse?). Und mal ehrlich, was braucht man dort schon? Eine funktionierende Kreditkarte – und die passt in jede Hosentasche. PACKEN MIT PLAN

"Weniger ist mehr" braucht gründliche Organisation und tagelange Vorbereitungszeit (unbedingt einplanen). Wer im letzten Augenblick packt, packt immer zu viel.

Im Bild: Damit sie nicht so viel mitnehmen, wie die Schauspielerinnen Vanessa Hudgens (rechts) und Ashley Tisdale.
CHECKLISTEN

Machen Sie rechtzeitig Checklisten, wo draufsteht, was Sie mitnehmen wollen/müssen. Das verhindert den Wahnsinnsstress, fünf Stunden vor Abflug draufzukommen, was noch fehlt. Beim tatsächlichen Einpacken dann alles abhaken, was im Koffer landet. AUFS BETT!

- Vor dem Einpacken alle Teile auf dem Bett ausbreiten, da hat man den besten Überblick. Anlässe überdenken (z. B. Businessdinner, Cocktailparty, Sightseeing, Stadtbummel etc.), die Kombinationsmöglichkeiten "puzzlemäßig" ausprobieren und nur die absoluten Lieblingsteile mitnehmen.
- Wählen Sie nur eine Farbkombi, z. B. Schwarz oder Dunkelblau und Weiß oder Grau und Beige. Zu Farben nur bei Accessoires greifen, die können ein einziges Outfit gleich mehrfach verändern.
- Überlegen Sie, ob es nicht einfacher ist, einzelne Teile im Hotel waschen zu lassen, anstatt die doppelte Menge, z. B. an Unterwäsche, einzupacken.
- Wetterfaktor bedenken: Wetterprognosen für
den Zielort im Internet checken, danach Regenschutz und Schuhfrage entscheiden.
- Schuhfrage stellen: Achtung, große Übergepäcksfalle: Wie viel Schuhe braucht man wirklich?
- Koffer nicht zu groß wählen: Je kompakter alles verstaut ist, desto weniger verrutscht und knittert es.

Im Bild: Schöner abschleppen – mit dem Trolley von Rimowa. Erhältlich im Steffl, Accessoire Floor, Kärntner Str. 19, Wien 1, www.kaufhaus-steffl.at FALTENLOS

Schweres nach unten . . . Schuhe in Stoffbeuteln kommen
ganz nach unten (Achtung: Achten Sie darauf, wo unten ist,
wenn der Koffer steht), als Nächstes Knitterunempfindliches wie T-Shirts & Co draufschlichten. Plastikfolien aus der Reinigung oder Seidenpapier (parfümiere ich immer) zwischen den einzelnen Lagen wirken als Knitterschutz. Stücke aus leichten Stoffen wie Seide oder Chiffon nicht zusammenlegen, sondern in Seidenpapier einrollen. Das macht weniger Falten. Niemals frisch Gebügeltes einpacken. Sakkos übrigens immer von innen nach außen wenden, damit kein Staub und keine Flusen darauf landen.

Notfalltrick: Verknittertes lässt sich im Hotelbadezimmer auch ohne Bügeleisen glätten. Bad und Dusche maximal heiß aufdrehen und bei geschlossener Tür laufen lassen, Dampfkammerwirkung – das funktioniert. PLATZ SPAREN

Socken in Schuhe geben, Gürtel aufrollen (Schnalle innen),
in Hemdkrägen legen (schützt den Kragen), Kofferecken und
Lücken mit Wäsche, gerollten T-Shirts und Badezeugs füllen.
Modeschmuck und kleine Accessoires in einer Zweittasche
oder den Schuhspitzen verstauen, Hemden und Blusen
immer mit Kragen abwechselnd links und rechts stapeln. ORGANISATIONSTALENT BEUTEL

Beutel, z. B. Schuhsackerln, sind perfekte Kofferbegleiter,
etwa für Wäsche, Badeanzüge und Kosmetika.

WAS GEHÖRT AUF KEINEN FALL IN DEN KOFFER?

- Abendgarderobe: Die muss nämlich locker hängen, am besten in einem stabileren Kleidersack transportieren. Bei Flugreisen in die Kabine mitnehmen, im Auto über die Koffer legen.

- Geld, Schmuck, Schlüssel, Medikamente und
Dokumente unbedingt ins Handgepäck.

Im Bild: Angelina Jolie wirbt für Louis Vuitton. CHECKLISTE HANDGEPÄCK

Alles, was Sie brauchen, sollte Ihr Koffer nicht ankommen. Bitte unbedingt Größen- und Gewichtsvorgaben der Airlines bedenken, denn das Handgepäck wird maßmäßig streng kontrolliert – und bei Verstößen gnadenlos eingecheckt.
- Notfallausrüstung an Unterwäsche, Bikini, Top zum Wechseln, ev. Flipflops
- Lesestoff (nur Taschenbücher)
- iPod und Kopfhörer
- wichtigste Medikamente
- Make-up-Bag mit Basics
- Hut
- Sonnen- und Lesebrille, Kontaktlinsenpflegemittel BEAUTYCASE

Two-in-One-Produkte sind Platzsparer, Glastiegel viel zu schwer. Lieblingsprodukte daher rechtzeitig in kleine Plastikgefäße abfüllen beziehungsweise in praktischen Reisegrößen kaufen. Fragen Sie in Ihrer Lieblingsparfumerie nach entsprechenden Luxusproben. Die Miniformate reichen für Vier-Tage-Trips, wenn Sie nicht prassen. ZU HAUSE LASSEN

- Echtschmuck und große Klunker: Die machen erstens sowieso alt und zweitens schränkt die Angst vor Verlust und Diebstahl den Erholungsfaktor ein.
-  Föhn: Gibt's erstens in jedem Hotel und zweitens sollten Sie Ihren Haaren auch mal Urlaub gönnen.
-  Zu viel Make-up: Sea, Sex & Sun machen sowieso viel schöner. Okay, vielleicht nicht zu viel Sun . . .
- iPads, Blackberrys & Co.: Sie machen Urlaub mit der Familie, hallo? Wie wär’s mit R-E-D-E-N? RÜCKKEHR VORBEREITEN 

Irgendwann kommen Sie wieder nach Hause. Aber bitte nicht in ein unaufgeräumtes "Ich habe meine Wohnung vor zwei Wochen wie auf der Flucht verlassen"-Chaos, das ist nämlich unendlich deprimierend. Vor der Abreise also unbedingt erledigen:
- Putzfrau für den Tag vor der Rückkehr bestellen.
- Bett frisch überziehen, frische Handtücher ins Bad
- Jemanden checken, der das Postfach leert.
- Mutter/Freundin/Nachbarin bitten, den Kühlschrank frisch aufzufüllen
(kurier / Isabella Klausnitzer, KURIER.at: lyk) Erstellt am
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