Kitesurfen am Polarkreis

Weltrekord auf der Beringstraße. Das Team um den Österreicher Constantin Bisanz überquerte die raueste See der Welt von Alaska zur internationalen Datumsgrenze und schrieb damit Geschichte.

Zwei Jahre lang trainierten der Wiener Constantin Bisanz (38) und die Schweizer Geza (29) und Andre Scholtz (31), wann immer es ihre Zeit abseits des Berufs – Bisanz als Unternehmer, die Brüder Scholtz als Zahnärzte – zuließen. Mit dem Kiteboard ging es nach Südafrika, Spanien, Ägypten und Hawaii. In den letzten Monaten hieß es täglich surfen ehe es im Juli von Zürich aus nach Nome, Alaska, ging. Das Ziel: Die nur von Juli bis August von Eis befreite Beringstraße mit dem Kite (Lenkdrachen) in der Hand und dem Board unter den Füßen zu überqueren.

Im Bild: Der 38-jährige Constantin Bisanz (siehe Bildmitte) und die Schweizer Andre (31) und Geza Scholtz (29). Das heißt, von Alaska aus 70 Kilometer bis zur internationalen Datumsgrenze in Sibirien als Erste nur mit der Kraft des Windes und des eigenen Körpers auf rauer See sein. Das heißt, Windgeschwindigkeiten von bis zu 80 Kilometer pro Stunde und zwei Grad Celsius kaltes Wasser. Das heißt, an die Grenze des Möglichen gehen. Sie überwinden. Das ist es, was das Team der "Maurice Lacroix Bering Strait Expedition" wollte. Unterstützt von einem elfköpfigen Team starteten die Extremsportler am 29. Juli ihren ersten Versuch. Er scheiterte wegen fünf Meter hoher Wellen. Fünf Tage später der nächste Versuch, der fehlschlug, weil der Wind zu schwach war. Doch das Team gab nicht auf, folgte dem vom Schweizer Uhrenhersteller Maurice Lacroix ausgegebenen Motto: "Follow Your Convictions" (Folge deinen Überzeugungen). Die Zeit wird knapp. Dritter Versuch. 11. August 2011. Bisanz und die Brüder Scholtz schaffen, was vor ihnen niemand wagte: Die 70 Kilometer lange Strecke kitesurfend zu bestreiten. Sie schaffen es in einer Stunde und 45 Minuten. Ein Weltrekord. Dank durchschnittlicher Windgeschwindigkeit von 40 Kilometern pro Stunde stellten sie zudem einen Geschwindigkeitsrekord auf. "Es macht mir Spaß, gemeinsam mit tollen Teams Barrieren zu brechen und Hindernisse zu überwinden – das gilt auf der Beringsee ebenso wie für das Gründen von Unternehmen. Nach diesem 'coolen' Erlebnis freue ich mich, wieder neue Geschäftsideen zu entwickeln – dies aber nicht unbedingt am Nordpol", sagt Constantin Bisanz. Ende 2010 verkaufte der Wiener sein bis dato erfolgreichstes Projekt, die Online-Community brands4friends um 200 Millionen US-Dollar an ebay.
(kurier) Erstellt am
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