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Reise
07/02/2019

Geruch von faulen Eiern: Karibik-Traumstrände leiden unter Algenplage

Braune Algen statt weißem Sand: Mit Schaufeln und Traktoren wird in Mexiko, Florida und auf Barbados gegen den Algenteppich gekämpft.

Den Urlaub in der Karibik stellen sich Touristen wohl anders vor: Unmengen brauner Algen verschmutzen derzeit viele Traumstrände.

Egal ob in Mexiko, auf Barbados oder im Süden Floridas: An vielen Stränden bedecken sogenannte Golftange das klare Wasser und den weißen Sand.

Wenn die Braunalgen der Gattung Sargassum auf den Sand geschwemmt werden, zersetzen sie sich und verbreiten dabei einen Geruch wie von faulen Eiern.

Sie erodieren den Strand und bedrohen die Nistplätze von Meeresschildkröten.

Experten rechnen damit, dass heuer bis zu eine Million Tonnen Algen an mexikanischen Stränden angeschwemmt werden.

Arbeiter reinigen aktuell mit Rechen und Traktoren jeden Tag die Strände vor den Hotels, Mexiko wirft Marineschiffe in die "Schlacht".

Laut Experten sind Nährstoffe, die von der Abholzung des Amazonas-Regenwaldes und von Düngemitteln stammen, die Auslöser für die Plage. Auch die Erderwärmung wird als eine Ursache ins Treffen geführt.

Die Algen sind kein neues Phänomen: Seit 2011 kommt es in der Karibik und vor Westafrika immer wieder zu Algenplagen.

Allerdings traten die Algen früher nur in geringem Maße auf. Beim Planschen im Meer oder beim Schnorcheln konnte man sie leicht mit der Hand aus dem Weg räumen. Jetzt sind es regelrechte Teppiche.

Vielerorts gibt es Ideen und Initiativen, wie die Algen genutzt werden können. Der Besitzer einer Baumschule in Puerto Morelos hat etwa ein Haus aus Algenziegeln gebaut.

Wissenschafter und Unternehmer wollen nun einen Schritt weitergehen und Wege finden, Nutzen aus den Braunalgen zu ziehen - etwa in der Biogasproduktion, in der Agroindustrie oder im Bausektor.