Lustwandeln in der endlosen Weite der Dehesa
Es ist immer die Frage: prägt das Land die Menschen, oder ist es umgekehrt und der Mensch formt die Landschaft?" sinniert Marco Mangut, unser engagierter Guide in der Extremadura. In den Weiten der südspanischen Provinz zwischen Madrid und Sevilla kommt noch ein weiteres gestalterisches Element dazu: Das Schwein. Genauer gesagt, das halbwilde, schwarze iberische Schwein, "cerdo ibérico". Mensch, Tier und Natur leben hier in einer perfekten Koexistenz. Zur gelungenen Symbiose gehören auch die Abertausenden Störche bzw. ihr Dung: Auf fast jedem Rauchfang, Kirchturm und Strommast findet man ein Nest. Schon seit keltischen Zeiten wird hier ein nachhaltiges System des Wirtschaftens gepflegt – geprägt vom gegenseitigen Geben und Nehmen zwischen Mensch und Natur.
Dehesa, die endlose Weite
Iberische Safari
Im zarten Alter von einem Jahr werden die schwarzen Borstentiere in die Dehesa ausgesetzt. Von nun an müssen sie sich für die nächsten vier, fünf Monate selber ihre Nahrung suchen, die aus Steineicheln (Bellotas), Gräsern und Kräutern besteht. Das verlangt den Borstentieren einiges ab: täglich müssen sie für die Futtersuche einen Halbmarathon zurücklegen. Sportlerschweine also.
Mit dem Jeep brechen wir von der Finca Aldea del Condo zur iberischen Schweine-Safari in die Dehesa auf. Welch Stille, welch Weite, welch himmlischer Frieden! Zuerst geht’s über Blumenwiesen – das Revier der bildhübschen braunen Kühe. Dort, wo der Rasen ganz niedrig ist, finden wir die schwarzen Schweine. Neugierig und flink wie Hunde kommen sie herbeigelaufen, ihre langen Ohren schlenkern dabei wie die eines Dackels. Ihr lustiges Treiben zu beobachten macht genauso viel Spaß wie Elefanten in Afrika aufzulauern.
Paradies für Gourmets
Lebendiges Mittelalter
Adelspaläste
Niki fliegt Wien–Madrid direkt, Partner Air Berlin Sevilla– Wien über den Hub Palma de Mallorca (jeweils täglich). Die beiden Flughäfen liegen je rund eineinhalb Autostunden nördlich bzw. südlich der Extremadura. Ideal ist ein Gabelflug Madrid–Sevilla.
Hotel & Restauranttipps
– Paradores Kette von insgesamt 94 Luxushotels (im Besitz einer staatlichen AG) in historischen Schlössern, Klöstern, Burgen oder Palästen; sieben in der Extremadura. Viel historisches Flair, meist ist auch ein Restaurant angeschlossen. DZ mit Frühstück ab ca. 80 €.
– Parador de Cáceres Der besonders schöne Palast aus dem 14. Jh. wurde vor drei Jahren um 5,5 Millionen Euro völlig umgebaut und renoviert, 39 moderne Komfortzimmer mit Whirlwannen, Regenduschen. DZ ab 120 €, www.parador.es
– Restaurante und Hotel Garza Real, ValdastillasGehobener Landgasthof in einem kleinen Dorf mit verfeinerten regionalen Gerichten. Tipp: Schweinslungenbraten mit Kirschen-Chutney; sechs gemütliche Gästezimmer, DZ mit Frühstück 65 €. www.garzareal.com
– Restaurante und Hotel Atrio, Cáceres Das beste Gourmet-Restaurant der Extremadura, zwei Michelin-Sterne. Küchenchef Toño Perez serviert subtile Kreationen, die Meer und Land vereinen. Einer der größten Weinkeller Spaniens, futuristische Gästezimmer, herrliche Dachterrasse mit Pool. Doppelzimmer ohne Frühstück ab 264 €; Package „Atrio Experiences“: 1 x Übernachtung, 1 x Gourmet-Dinner 495 € für zwei Personen. www.restauranteatrio.com/en
– Restaurante und Hotel Barbacana, ZafraZeitreise: gutes Restaurant und stilvolles 4*-Hotel in einem alten Adelspalast. DZ ab 65 €. www.hotelhuertahonda.com
Pauschalangebot von Raiffeisen Reisen: Details: 01/313 75-82, buze@raiffeisen-reisen.at www.raiffeisen-reisen.at
Auskünfte beim Spanischen Fremdenverkehrsamt (Turespaña) in Wien, 01/512 95 80 eMail: viena@tourspain.es Internet: www.spain.info
Details zur Extremadura www.stadtlandextremadura.de (Deutsch), www.turismoextremadura.com (Englisch)
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