Die schönsten Fels- und Eisgrate der Alpen

Die Bergsaison 2011 steht in den Startlöchern. Ein besonders ambitioniertes Projekt ist die Begehung eines Grates - wir haben Tipps für die lohnenswertesten Ziele.

Schmale Kämme, ein Tanz über dem Abgrund und steinig-schroffe Gelände (wahlweise mit einer Schicht Schnee und Eis überzogen) - das Bergsteigen auf Fels- und Eisgraten gehört zu einer der schönsten Art und Weise, den Alpinismus auszuüben.

"Himmelsleitern" - so nennt sich passenderweise ein aktuelles Buch, welches Tipps für zahlreiche Touren in den Alpen gibt. Ralf Gantzhorn und Moritz Attenberger nehmen den Leser mit auf einige der schönsten und lohnendsten Grate der Bergregion. Eindrucksvolle Gipfel- und Panoramafotografien ergänzen das Werk. 

(Bild: Rotgrad am Alphubel, 4206 m) Ein bekannter Klassiker ist das Matterhorn (4478 m) - der Berg der Berge. 

Vom Charakter her eine der großen Gratüberschreitungen der Alpen. Lang, anstrengend und voll grandioser Ausblicke. Sitzt man im Tal, kann man das Vollbrachte kaum fassen - ein rundum befriedigendes Bergerlebnis. Für den Aufstieg sollte man sechs bis neun Stunden einrechnen, die beste Jahreszeit ist normalerweise Ende Juni, so lange die Firnverhältnisse eine gefahrlose Querung des Oberen Matterhorngletschers erlauben. Der Schweizer Blümlisalp (3661 m) gilt als der schönste Eisgrat der Alpen. Ausgangspunkt der Tour ist die Blümlisalphütte (2834 m). Immer wieder wird die Wanderung unterschätzt - der Grat ist immerhin drei Kilometer lang und erfordert alpine Erfahrung. 
Auch wenn der Aufstieg durch das Blumenmeer noch so sanft und lieblich daher kommt ... Wie der Hörnligrat aufs Matterhorn gehört der Mittellegigrat auf den Eiger (3970 m) zu den berühmtesten Himmelsleitern der Alpen und zählt zu den begehrtesten Kletterzielen überhaupt. Doch Vorsicht: Der Grat zählt zu den luftigsten und ausgesetztesten Graten der Alpen, nichts für Anfänger. 

(Bild: Respekt einflößend zieht der Mittellegigrat hinter der gleichnamigen Hütte elegant in die Höhe) Eine herrlich ausgesetzte Kletterei an einer (gefühlt) rasiermesserscharfen Kante bietet die Fuorikante in der Sciora-Gruppe (3228 m). Ausgangspunkt für die Tour ist die Sciorahütte, welche man auf einem markierten Wanderweg erreicht. Während der Zustieg nur 1 1/2 Stunden dauert, sollte man für die Kletterei bis zu neun Stunden einrechnen. Ein österreichischer Klassiker: Der Stüdlgrat auf den Großglockner (3798 m) - die traumhafte Gratlinie führt direkt und ohne Umschweife zum Gipfel. Beste Jahreszeit für die Tour ist Juni bis in den Oktober hinein, Ausgangspunkt ist die bekannte Stüdlhütte. Auf keinen Fall sollte man sich zum Abendessen das mehrgängige Buffet entgehen lassen - die Stärkung kann man wahrlich brauchen. Der Sans-Nom-Grat an der Aiguille Verte (4122 m) wird als große und einsame Bergtour beschrieben, die viel Erfahrung in allen Techniken des Bergsteigens verlangt. Der Berg im Montblanc-Massiv (Frankreich) gilt als einer der schwierigsten, wenn nicht als der am schwierigsten zu besteigende Viertausender der Alpen. Weiter geht es mit dem Kuffnergrat am Mont Maudit (4465 m): Eine nie langweilig werdende Traumroute auf einen sonst eher selten besuchten Nebengipfel des Mont Blanc. Die Tour ist den ganzen Sommer über normalerweise gut machbar. Spät in der Saison könnten die Eispassagen zu blank sein. 
Gletscherspalten bietet auf dem Weg zum Grat eine Stimmung zwischen Grusel und Faszination - am Bild zu sehen ist ein Blick in die Unterwelt. Der Teufelsgrat am Mont Blanc du Tacul (4248 m) klingt nicht nur so wild, er ist es auch: Eine atemberaubende und äußerst abwechslungsreiche Klettertour über einen der wildesten Granitgrate der Alpen. Nichts desto trotz sind "Freudensprünge" der ganz besonderen Art möglich - bzw. ein Muss. Diese und viele weitere Bergfotos und ausführliche Tourenbeschreibungen finden Sie in:

Ralf Gantzhorn/Moritz Attenberger
Himmelsleitern. 50 Fels- und Eisgrate in den Alpen
Bergverlag Rother, 256 Seiten, 297 Farbbilder
51,30 Euro
(KURIER.at) Erstellt am
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