Burn-out-Kuren im Test

Burn-out-Kuren im Test
Burn-out ist der neue "Arbeitsunfall". Statt durch klassische Miseren wie etwa Stürze fühlen sich immer mehr Arbeitnehmer ausgebrannt und leer.

Das hohe Tempo, scheinbar sinnloses Radeln im täglichen Hamsterrad und das Gefühl, stets verfügbar sein zu müssen, gehen aufs Gemüt. Dazu kommt die unsichere wirtschaftliche Lage.

Die Folge: Schon mehr als zehn Prozent der Österreicher sind wegen eines psychischen Leidens in Behandlung. Tendenz steigend. Seelenleid ist mittlerweile die häufigste Ursache für Frühpensionierungen. Ein Grund für Relax-Guide-Herausgeber Christian Werner, sich des Themas anzunehmen. Weil aus seiner Sicht die Versorgung über die gesetzliche Sozialversicherung schlecht sei, hat er alle 24 Anbieter für Anti-Burn-out-Kuren kritisch unter die Lupe genommen.

Sein persönliches Motiv: "Ich schramme seit Jahren knapp am Burn-out vorbei und habe oft daran gedacht, in eine Spezialklinik zu gehen. Die Frage war nur: wohin? Also habe ich alle Angebote für Privatzahler testen lassen, damit ich weiß, wo ich im Fall des Falles gut aufgehoben wäre."

Teuer, aber nicht gut

Inkludiert sind sämtliche Angebote von Sanatorien, Kliniken, Wellness- und Kurhotels in Österreich und Deutschland. Bei Vor-Ort-Recherchen standen Lage, Ausstattung, Ambiente, Küche und Therapieansatz auf dem Prüfstand. Fazit: "Im Schnitt sind die Anbieter in Österreich deutlich schöner und moderner ausgestattet, generell sind die Unterschiede enorm", sagt Werner. Die therapeutischen Konzepte variieren genauso wie die Infrastruktur.

Das Preisniveau unterscheidet sich je nach Anbieter: "Mit 800 bis 3500 Euro muss man pro Woche rechnen - teuer ist aber nicht zwingend gut." Worauf es zu achten gilt, erklärt Burn-out-Experte Udo Zifko: "Tägliche Psychotherapie ist Grundvoraussetzung für eine effiziente Kur. Ebenso wie ein ansprechendes Ambiente, die Lage in belebender Natur sowie eine gesunde, frische Küche ohne Fertigprodukte."

Bei einigen Häusern kommt der Tester zu einem sehr positiven Resümee: "Da werden Betroffene ganz sicher behaupten können, das war die wichtigste Investition ihres Lebens."

Mehr zum Thema

  • Hauptartikel

  • Interview

  • Hintergrund

Kommentare