Rios Narren verabschiede­ten sich vom Karneval

Drum Queen Patricia Nery performs at Portela samba…
Foto: AP/Nelson Antoine Drum Queen Patricia Nery performt bei der Portela Samba-Schulen-Parade.

Eine Hommage der Sambaschulen an F1-Legende Ayrton Senna.

Mit Straßenumzügen und einem Defilee der besten Sambaschulen ist der berühmte Karneval in Rio de Janeiro zu Ende gegangen. Tausende Tänzer verabschiedeten am Sonntag in den Straßen der brasilianischen Millionenmetropole den Rey Momo, den König des Karnevals.

Bereits in der Nacht waren die sechs besten Sambaschulen noch einmal durch das Sambódromo gezogen. Höhepunkt des Vorbeimarsches war die Präsentation der Gruppe Unidos da Tijuca, die sich in diesem Jahr zum vierten Mal die Karnevalskrone sicherte. Mit ihrer Hommage an Brasiliens legendären Formel-1-Piloten Ayrton Senna, der vor 20 Jahren bei einem Unfall in Italien ums Leben kam, hatten sich die 4.600 Tänzerinnen, Tänzer und Trommler mit hauchdünnem Abstand gegen die Konkurrenz durchgesetzt.

Mit den Paraden der Sambaschulen hat der Karneval in Rio de Janeiro seinen Höhepunkt erreicht. Die ersten sechs der berühmtesten Schulen zogen in der Nacht zum Montag mit prächtig geschmückten Festwagen und tanzenden Schönheiten vorüber, um sich den Sieg zu sichern. Jede der zwölf Samba-Schulen steht bis zu 82 Minuten im Rampenlicht, deshalb dauern die Defilees zwei Tage. Die Ergebnisse der 40-köpfigen Jury werden dann am Mittwoch bekannt gegeben. Tausende Tänzer, Trommler und leichtbekleidete Samba-Queens mit fantastischen Kostümen zogen in der Nacht zum Rosenmontag durch das legendäre Sambodromo. Die erste Samba-Schule bei der Parade war die Imperio da Tijuca. Sie feierte die Einflüsse der afrikanischen Kultur auf die brasilianische Musik. Sieben riesige Wagen und 3500 fantasievoll kostümierte Narren tanzten in mehr als 30 unterschiedlichen Abteilungen aufgeteilt zu einem eigens komponierten Samba-Lied. Einige waren als Feuerflammen verkleidet, andere zogen als afrikanische Krieger über den rund 750 Meter langen Karnevalsboulevard. Zehntausende Zuschauer im legendären Sambodromo feuerten ihre Favoriten mit Elan an. Andere Schulen thematisierten unter anderem den Alltag in den Favelas und Brasiliens Feiern. Farbenpracht und Tänzer, die Samba-Rhythmen in heiße Bewegungen umsetzen, machen den Karneval in Rio zu einem einzigartigen Spektakel. Der Karneval dauert insgesamt von 28. bis 5. März. Die farbenprächtige Parade der Sambaschulen gehört zu den größten Festen der Welt. Der Karneval in Rio ist das feurigste und berühmteste Spektakel seiner Art. Dabei im Vordergrund: Viel nackte Haut und prächtige Kostüme. Die Reihenfolge der einzelnen Paradenteilnehmer wird per Los bestimmt. Nach Angaben des Fremdenverkehrsamts tanzten rund 1,3 Millionen Menschen zu den heißen Samba-Rhythmen in der Stadt. Außerhalb der Parade finden etwa 5000 Samba-Partys rund um die Karnevalstage statt. Die Feiern gingen bei sommerlichen Temperaturen bis in den Morgen des Rosenmontags. Die Paraden in der Arena beginnen um 21 Uhr und dauern pro Festtag etwa zehn Stunden. Die letzte Parade wird bereits im Licht des folgenden Tages durchgeführt. Die Vorbereitungen für das nächste Jahr beginnen meist direkt nach der jährlichen Parade. Die hohen Produktionskosten werden auch durch private Sponsoren gestützt. Viele der Teilnehmer sparen jedoch auf die aufwändigen Kostüme und investieren hohe Summen für den Festtag. Eine Teilnehmerin verkleidete sich wie ein Darsteller aus dem Film "Avatar". Neben aufwändig gestalteten Kostümen präsentieren die Samba-Schulen kunstvolle Wagen und farbenfrohe Konstruktionen, mit denen sie die Parade bestreiten. Die meisten der Schulen haben das ganze Jahr hart an ihrem Auftritt gearbeitet. Jede Schule wählt ein bestimmtes Thema, das den Auftritt bestimmt. Die Festwagen werden entsprechend dekoriert und die Kostüme sowie die Choreographie darauf abgestimmt. Ein Mitglied der Samba-Schule Estaçao Primeira de Mangueira unterhält die Zuschauer mit ihrem bunten Kostüm. Das Tribünenstadion Sambodrom, erbaut von Brasiliens Star-Architekt Oscar Niemeyer, feiert in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag. 88.500 Menschen haben in dem 750 Meter langen Stadion Platz. Anders als in Europa ist am Aschermittwoch in Rio noch nicht Schluss, am kommenden Samstag ziehen die sechs besten Sambaschulen erneut durchs Sambodromo. Den Auftakt des Karnveals machte der Bürgermeister der brasilianischen Millionenmetropole, Eduardo Paes, am Freitag. Er überreichte König Momo, dem Sinnbild des Karnevals von Rio, symbolisch den Schlüssel der Stadt. Ebenfalls am Wochenende fand der Karneval in Sao Paulo statt - mit einer besonderen Ehre für den zweifachen Fußballweltmeister Ronaldo. Die Sambaschule Gaviões da Fiel ließ im Sambodromo die vielen Stationen des Ex-Stürmers aufleben. Der Weltfussballer fuhr selbst auf dem letzten der Festwagen mit. "Das war einfach nur bewegend", sagte der 37-Jährige.

(APA/KURIER / cka, ege) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?