Berlin zu Fuß entdecken

Wenn Sie schon immer einmal "Durchs Regierungsviertel" in Berlin spazieren wollten, finden Sie hier Tipps zur Tour.

Mit dem Auto? Nein. Mit der Straßenbahn? Nein. Mit der U-Bahn? Das schon gar nicht. Es gibt viele Möglichkeiten, eine fremde Stadt zu erkunden. Die beste ist aber per pedes.
Tourenvorschläge für verschiedene Städte gibt es zur Genüge. Ein aktueller Reiseführer beschäftigt sich mit Berlin - insgesamt werden 30 Spaziergänge vorgeschlagen. Jede Tour führt den Reisenden in eine andere Gegend. In dieser Bilderstrecke finden Sie das Thema "Durchs Regierungsviertel". 

Bild: Potsdamer Platz, Berlin  Die Facts: Der Spaziergang führt vom Potsdamer Platz (Bild) ins Regierungsviertel, vorbei am Holocaust-Mahnmal und am Brandenburger Tor, zum Reichstag und zum Kanzleramt, streift Parlamentsbauten, den neuen Hauptbahnhof und endet mit Kunst am Hamburger Bahnhof.  

Start: U-Bahn, S-Bahn Potsdamer Platz (S1, 2, 25, U2, Regionalbahn)
Ziel: S Hauptbahnhof (S 3, 5, 7, 75)
Wann: bei trockenem Wetter In der Verlängerung nach Osten wird die Potsdamer Straße zur Leipziger Straße. Unmittelbar schließt der Leipziger Platz (Aufnahme aus dem Jahr 2004) an. Die Tour wendet sich Richtung Norden: Links an der Ebertstraße liegt das Beisheim Center (Bild), eine noble Wohnanlage mit den Luxushotels Ritz Carlton und Marriott. Der schöne Name In den Ministergärten lässt nicht erahnen, dass sich rundum die Schaltzentren der Macht befanden, von Bismarck bis Hitler. Schon im 18. Jh. lagen hier die Gärten der Adelspalais an der Wilhelmstraße, die später zu Ministerien wurden. Die heutigen Landesvertretungen - sieben der 16 deutschen Länder haben hier ihre Repräsentanz beim Bund - sind allesamt Neubauten auf ehemaligem Grenzsperrgebiet. Bei Ausstellungen und Veranstaltungen sind die Häuser und Gärten zugänglich. Die Hannah-Arendt-Straße begrenzt im Süden das Denkmal für die ermordeten Juden Europas, die zentrale Holocaust-Gedenkstätte Deutschlands (im Bild). 
Das großflächige Stelenfeld mit 2711 grauen Betonelementen nach dem Entwurf des New Yorker Architekten Peter Eisenman will zur individuellen Auseinandersetzung mit dem Ausmaß des Holocaust anregen. 
Der Ort der Information (Mo geschl.) im Untergeschoss erinnert mittels exemplarischer Lebens- und Familiengeschichten an die sechs Millionen Opfer. In der Behrenstraße, gegenüber der Cora-Berliner-Straße, gibt es eine unauffällige Passage, die durch die Akademie der Künste zum Pariser Platz führt. Diese Tour führt weiter entlang der Ebertstraße, vorbei an der US-Botschaft, bis zum Brandenburger Tor. Wie eng die Berliner Mauer das Wahrzeichen bis 1990 einschnürte, kennzeichnet die Markierung im Boden. Nach Westen erstreckt sich schnurgerade durch den Tiergarten die Straße des 17. Juni, die während der Fußball-WM als Fanmeile Furore machte und Schauplatz der alljährlichen großen Silvesterfeiern ist. Auf der Ebertstraße geht es weiter zum Reichstag, dem Sitz des Deutschen Bundestages. Wer einen Blick auf den Parlamentssaal werfen, ... ... vor allem aber die gläserne Kuppel besteigen will, die Norman Foster dem ehrwürdigen Reichstag aufgesetzt hat, muss sich in die Warteschlangen einreihen - oder man schließt sich einer Führung an. Die Aussicht von der Dachterrasse eröffnet ungewohnte Perspektiven auf die Stadt. Nun bietet sich ein kleiner Abstecher in den Tiergarten an, vorbei am Carillon-Glockenspiel, um das Haus der Kulturen der Welt zu umrunden. Mit seiner kühnen Dachkonstruktion ist es ein Baudenkmal der 1950er-Jahre. Vom Uferweg aus werden die Ausmaße des lang gestreckten Bundeskanzleramts deutlich. Das architektonische "Band des Bundes" ... ... setzt sich Richtung Osten fort, durch das Paul-Löbe-Haus (Bild), das Bürogebäude für die Abgeordneten, und das Marie-Lüders-Haus auf der anderen Spreeseite mit der Parlamentsbibliothek. Eine Fußgängerbrücke führt auf kurzem Weg zum Hauptbahnhof am Washingtonplatz. Die Kronprinzenbrücke ist ein guter Standort für Fotoaufnahmen. Am Kappelle-Ufer lockt im Sommer der Bundespressestrand mit Liegestühlen, Minipools und Salsa-Musik. Der Hauptbahnhof, ein gigantischer Glaspalast, ist auch ein großes Einkaufszentrum (So geschl.) mit Bistro-Restaurants. Züge fahren tief im Untergrund und auf der Hochbahnstrecke. Vom nördlichen Ausgang am Europaplatz sind es auf der Invalidenstraße noch ein paar hundert Meter zum Hamburger Bahnhof, der das Museum für Gegenwart, u.a. mit der Friedrich Christian Flick Collection beherbergt. 

Touren im Anschluss: Per S-Bahn zum Alexanderplatz, per S-Bahn zur Friedrichstraße, per S-Bahn zum Bahnhof Zoo. Diese und viele weitere Touren finden Sie in: 

Ortrun Egelkraut
Polyglott zu Fuß Berlin entdecken: 30 Touren zu Fuß 
Polyglott-Verlag, 160 Seiten
9,99 Euro
(KURIER.at) Erstellt am
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