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Richtlinie
06/11/2015

Aus für Trolleys? Neue Regeln für Handgepäck

Größe und Gewicht von Handgepäck sind unterschiedlich geregelt. Eine neue Richtlinie sieht kleinere Trolleys vor.

Wer mit Handgepäck reist, muss bei der Flugbuchung genau schauen – viele Fluggesellschaften haben eigene Richtlinien für Größe und Gewicht des Trolleys. Das ist der Internationalen Luftverkehrsvereinigung (IATA) ein Dorn im Auge. Sie will eine einheitliche Regelung und schlägt auch gleich eine neue Standardgröße vor: 55 Zentimeter hoch, 35 Zentimeter breit und 20 Zentimeter tief sollen Koffer, Taschen und Rucksäcke künftig maximal sein, wenn sie in die Flugzeugkabine mit sollen. Das neue Maß ist um rund 38 Prozent kleiner als die meisten bisher vorgeschriebenen Handgepäcksgrößen.

Für den klassischen Trolley wäre das das Aus. Er würde mit den gängigen Maßen 55x45x25 Zentimeter nicht mehr als Handgepäck gelten, da er zu breit wäre. Um für neue Gepäcksstücke zu gewährleisten, dass sie den neuen Regeln entsprechen, will die IATA gemeinsam mit der Gepäckindustrie ein eigenes Siegel entwickeln. Alle Gepäcksstücke mit „Cabin OK“-Zertifikat wären dann kabinentauglich.

Lufthansa unter den ersten

Acht große Airlines bekundeten bereits Interesse: AirChina, Avianca, Azul, Cathai Pacific, Lufthansa und Germanwings, China Southern, Emirates und Qatar. Welche der insgesamt rund 260 Airlines, die von der IATA repräsentiert werden, folgen, wird sich zeigen. Die Empfehlung ist nicht verpflichtend. Laut IATA sei insgesamt ein gutes Drittel der Airlines an den Richtlinien interessiert.

Bei der AUA seien derzeit keine Veränderungen geplant. "Die Umsetzung wird geprüft, bisher ist aber keine Änderung geplant", sagte ein Sprecher. Derzeit erlaubt die AUA wie der Mutterkonzern Lufthansa Handgepäck mit maximal 55x40x23 Zentimeter.

Die neuen Maße sollen die Ablage in den Flugkabinen verbessern. Rechtlich kann jede Airline ihre Gepäcksvorschriften nach Belieben jederzeit ändern. Wer mit zu großem Gepäck zur Größenkontrolle kommt, für den könnte es dann teuer werden. Vor allem dann, wenn bereits Gepäck aufgegeben ist. Für die Airlines wäre dies eine zusätzliche Einnahmequelle. Das Platzproblem in den Kabinen dürfte sich in den kommenden Jahren noch verschärfen, weil immer mehr Gesellschaften dazu übergehen, für aufzugebende Gepäckstücke extra zu kassieren. Air Berlin verkauft seit Mai Tickets ohne Freigepäck. Die Lufthansa will ihren entsprechenden Light-Tarif im Oktober einführen. Die AUA startet im Herbst einen Pilotversuch zu neuen Tarifstrukturen.

Der Weltluftfahrtverband vertritt rund 260 Airlines weltweit, die etwa 83 Prozent des globalen Luftverkehrs abwickeln.

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