© Karl-Heinz Jeller

freizeit Reise
05/05/2012

Andalusien: Blaues Blut im Robinson Club

Prinz Hubertus von Hohenlohe wirbt mit seinem lockeren Lebensstil für die Robinson Clubs. Wie gut er das kann, zeigt er in seinem „Heimat-Club“ Playa Granada an der spanischen Costa Tropical. Unweit davon wuchs er auf und hat heute eine Finca.

"Cool, geil, irre" –, wenn Hubertus von Hohenlohe loslegt, wirkt der wahrscheinlich coolste Club am Urlaubs-Firmament wie ein Rentner-Verein. Der Prinz steht in Österreich für Robinson, den Club für "Vielkönner und Nichtsmüsser", in vorderster Werbefront. Ein passenderes Testimonial hätte TUI-Austria-Boss Klaus Pümpel nicht finden können.

"The real prince", wie Hohenlohe sich auf seiner Website betitelt, ist Vielkönner und Nichtsmüsser par excellence – seit Jahrzehnten Exot im Ski-Zirkus, Jetsetter mit drei Staatsbürgerschaften (Österreich, Mexiko, Liechtenstein) Mode-Freak, Lifestyle-Dandy, Womanizer, Künstler, Fotograf, Musiker, TV-Moderator, Lebenskünstler. Immer lässig-locker, geistreich-witzig.

Und das Irrste – er macht den Robinson-Werbefuzzi nicht nur fürs Geld. "Ehrlich, ich mag den Club", sagt er an der perfekt bestückten Buffet-Meile im Club Playa Granada in Andalusien, legt sich noch eine Scheibe Serrano-Schinken auf den Teller und schiebt ein Argument nach: "Die Kinder meiner Freundin Simona sind 11 und 14 und mit Kindern ist ein Club-Urlaub ideal."

Er hätte auch sagen können, dass er Urlaubsziele auch gerne nach Skifahr-Möglichkeiten auswählt (siehe seine Reisesendung ,Hubertusjagd" in Servus-TV) – und dass die Andalusien-Filiale der Robinson-Kette dafür perfekt ist. Nur eine Autostunde entfernt liegt Spaniens Top-Skigebiet Sierra Nevada. Schaut man vom Strand nach Süden, sieht man die weißen Gipfel glitzern. 3282 Meter hoch, 100 Pistenkilometer, Schnee bis Ende April, freie Sicht nach Afrika und aufs Meer – auf die Costa del Sol und die Costa Tropical, an der der Robinson Club liegt.

Sportlich

Und er hätte auch sagen können, dass er super Golf spielt. Dass rund um den Club ein 18-Loch-Platz wie ein Ring der ständigen Versuchung liegt. Dass er ziemlich gut Tennis spielt, sich in Spas gerne seinen 53-jährigen Sportler-Lifestyle-Body durchkneten lässt. Dass er gerne gut isst und Leute anquatscht. Für das alles ist Robinson ja konzipiert – Urlaub an geilen Locations. Sportlich, locker, kommunikativ. Für Trendsetter, Familien, immerjunge Grauhaarige.

Diese Woche funktioniert das Konzept im Playa Granada wie geschmiert. 170 deutsche Harley-Fahrer in Fett-gepflegten schwarzen Lederklamotten mischen sich unter braun gebrannte Golfer und Tennis-Fans. Born to be wild, lucky to be here, Party bis drei Uhr Früh. Wir sind Club. Robinson Club.

Da ist der Prinz in seinen Designer-Klamotten greller Widerpart. Er mag die röhrenden Chrom-Maschinen, aber es schmerzt ihn, dass die Grau- und Schwarztöne vorherrschen. Es stimmt ihn philosophisch: "Weißt du, was wirklich tragisch im Leben ist?", fragt er zwischen Lachs-Carpaccio, Lammkotelettes und Schoko-Eis (die Küche im Club ist eine 24-Stunden-Verführung) – "das Tragische ist, dass die Menschen immer alle gleich aussehen. Im Fußballstadion. Beim Popkonzert. Im Luxushotel. Immer alle gleich."

Hubertus sieht fast stündlich anders aus. Trägt zu jedem Anlass das passend Ausgefallene. Manie oder guter Geschmack? Wohl beides. Beim Club-Ausflug zur Alhambra in Granada, die nur 80 km entfernt liegt, läuft er unrund. Er hat die in Rottönen karierte Hose an. Die, die er kürzlich in der Sendung "Hubertusjagd" in seiner Lieblingsstadt Buenos Aires trug. Die falsche Wahl, ist er sich jetzt sicher. "Die passt nicht zu den Fliesenmustern in der Alhambra." Er hat recht. Das schmerzt.

Designer-Ambitionen

Den Club würde er liebend gerne ein bisschen nachdesignen. "Die Lampen im Hauptrestaurant müssen gedämpfteres Licht geben. Die Stühle sollten weiß und nicht in diesem stumpfen Braun sein. Auch die Holzbalken der Dachkonstruktion müsste man weiß streichen. Und die Säulen blau – die Robinson Clubfarben sind ja Weiß und Blau. Sonst ist der Club okay."

Am iPhone zeigt er Bilder von seiner Finca in Ronda und seiner 280-m²-Wohnung in Wien. Keine Frage: Der Prinz hat Geschmack. In London darf er jetzt sogar eine Suite in einem Nobelhotel einrichten. Warum also nicht auch den Club aufpeppen? Der Prinz ist ja nun Robinson. Bisher ist er für Robinson-Urlauber nur auf Plakaten, auf der Robinson-Österreich-Website und als Aufkleber auf dem Katalog sichtbar. "Was? Ich bin nur ein Sticker?", scherzt er mit TUI-Presse-Lady Kathrin Limpel.

Keines seiner schillernden Spiegelbilder-Fotos hängt im Playa Granada, keines seiner "geilen" Halbnackte-Haut-im-Schnee-Bilder von den Weltcup-Skistars. Und auch keines von seinem gestylten "Trash-Body mit blauem Blut", wie er sich in seiner letzten Sendung über Beirut selbst karikierte.

Aber sonst ist der Club okay, befindet nicht nur der Prinz. Die Lage ist geradezu perfekt. Zwischen den Schneebergen der Sierra Nevada und dem Mittelmeer. Einen Katzensprung entfernt von der Kalifen-Burg Alhambra, der meistbesuchten Touristenattraktion Europas, und nur eine knappe Autobahnstunde von der schicken Stadt Malaga weg. In die Jetset-Orte Torremolinos und Marbella, wo Hohenlohe im Nobelhotel seines Vaters die Kindheit verbrachte und eine Wohnung besitzt, fährt man auch nur etwas mehr als eine Stunde.

Und das Skigebiet der Sierra Nevada soll richtig gut sein, sagt der Prinz. Er muss es wissen, er wohnt ja zwei Monate im Jahr quasi ums Eck in Ronda. Und 1996 war er mit dabei, als Patrick Ortlieb bei den Weltmeisterschaften in der Sierra Gold holte.

Der Prinz fuhr auch damals nicht aufs Stockerl – aus Sicherheitsgründen, wie immer. Nichtsmüsser haben es nicht eilig.

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