Almwellness und Wandern im Almo-Land

Steiermark. Im Almo-Land auf der Teichalm bietet das 4*-Hotel Pierer regionale Bio-Küche und geführte Touren mit dem Chef.

Rindviecher auf Postern glotzen die Gäste nicht nur stumm von den Wänden der Hotelzimmer an, sondern muhen auch draußen auf den Wiesen. Auf der steirischen Teichalm, mitten in Mitteleuropas größtem zusammenhängenden Almgebiet, ist schließlich auch der Almochse daheim. Um dessen Fleisch, das Almo, reißen sich die Gourmets. Manche Bauern lassen die Tiere sogar im Winter im Freien. Erholung auf höheren Ebenen bietet das Familienhotel Pierer. Der herrliche Panoramablick hält auch den Herbstnebeln stand, die selbst im November nicht auf 1237 Meter Seehöhe hochkriechen. "Alm und Wellness lassen sich sehr gut verkaufen", sagt Hotelchef Franz Pierer. Das Hallenbad gefällt und ist auch Zufluchtsort an so manchem Regentag. Der großzügige Saunabereich führt hinaus bis an den würzig duftenden Waldrand. Von Massagen bis Schönheitsbehandlungen wird im 4*-Hotel vieles geboten. Sogar Yoga mitten in der Almlandschaft. Doch das größte Vergnügen ist es, im neu angelegten Naturbadeteich zu schwimmen. Konstant bei 23 Grad wird er gehalten, beheizt über das Hackschnitzel-Nahwärmewerk. "Auf Nachhaltigkeit legen wir auf der Teichalm großen Wert", hebt Pierer das Bewusstsein einer Region für sanften Tourismus hervor. Ab November sollten sich nur noch Saunisten in den Teich wagen, ... ... der dann nicht mehr beheizt, sondern 16 oder 17 Grad kalt sein wird. "Wenn der Teich zufriert, gehen wir Eisstockschießen", schildert Alfred Pierer. Der zweite Chef des Unternehmens führt die gemütliche Latschenhütte am Teichalmsee. Die kulinarischen Vorzüge der Hotelküche – von Almo über Teichforellen bis zum Weizer Lamm – zu genießen und der Wellness zu frönen, sollte einen nicht faul werden lassen. Auf der Teichalm finden Wanderer ein wahres Paradies und viele Möglichkeiten, zu anderen Almen und auf urige Hütten zu kommen sowie Gipfelkreuze zu erklimmen. Franz Pierer führt seine Hotelgäste auf verschiedenen Routen. Auf den 1722 Meter hohen Hochlantsch zu gehen und ins Murtal zu blicken, dauert vier Stunden hin und retour. Eine Tour zur Bärenschützklamm ist ebenfalls sehr beliebt. Wer am Plankogl in 1531 Meter Seehöhe steht, sieht im Herbst oft bis nach Ungarn und Slowenien. 13 Gemeinden gibt es im Almenland, wegen der Ochsen auch Almo-Land genannt. Durch die prachtvolle Landschaft führen viele Rundwege. Ausdauer ist gefragt, wenn man auf sanft ansteigenden Wegen von der Teich- über die Sommeralm auf 1424 Meter zur Brandluckn hinunterwandert: vier Stunden hin, vier zurück. Als Einkehrschwung besonders beliebt ist die Stoakoglhütte auf der Sommeralm, wo man eine u. a. köstliche Erdäpfelwurst verschmausen kann. Im Winter werden von dort aus Schneeschuhwanderungen organisiert. Retour ins erste steirische Almwellness-Hotel, rein in den Pool, rauf auf die Wasserbetten im Ruheraum oder ab in die Sauna. Wer bei den Pierers einchecken möchte, muss lange vorher reservieren. Zwei Drittel der Gäste sind übrigens Steirer, die immer wieder gerne kommen. Der aufstrebende Tourismus im Almenland wirft einen Schatten: An der Einfahrt zum Teichalmsee herrscht vor allem an Wochenenden das Parkchaos. Das Hotel Pierer liegt über diesem lärmenden Zentrum. Sommeralm und Brandluckn sind weniger frequentiert. Die Region hat Elektrobikes angeschafft: mehr als Symbol denn als Verkehrslösung gedacht.
(KURIER.at) Erstellt am
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