Wieder Verletzte bei Papstbesuch

Die Proteste in Madrid gegen den teuren Besuch reißen nicht ab. Benedikt XVI. rief zur Radikalität auf - gegen die "Gottesfinsternis".

Mit einem Besuch beim spanischen Königspaar begann Benedikt XVI. seinen zweiten Tag in der spanischen Hauptstadt. Seine Visite ist bisher alles andere als reibungslos abgelaufen. Juan Carlos, Sofía und die ganze Familie empfingen das Oberhaupt der katholischen Kirche am Freitag im Zarzuela-Palast. Die spanischen Fotografen stürzten sich besonders auf das unterschiedliche Schuhwerk der beiden Oberhäupter Benedikt XVI. und Juan Carlos. Papst Benedikt XVI. hat Geistliche zu einer radikalen Antwort auf eine "Art Gottesfinsternis" in der heutigen Welt aufgerufen. "Angesichts des Relativismus und der Mittelmäßigkeit erhebt sich die Notwendigkeit dieser Radikalität", sagte Benedikt am Freitag vor jungen Ordensfrauen im Kloster von El Escorial nordwestlich von Madrid. Eine auf das Evangelium zurückgehende Radikalität bestehe darin, in Christus verwurzelt und fest im Glauben zu bleiben. Bei einer Kundgebung von Papst-Gegnern in Madrid ist es unterdessen erneut zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Dabei wurden nach Angaben der staatlichen spanischen Nachrichtenagentur EFE mindestens vier Menschen verletzt. Die Zwischenfälle ereigneten sich in der Nacht auf Freitag, als etwa 200 Menschen im Zentrum von Madrid gegen das Vorgehen der Polizei bei einer Kundgebung von Papstgegnern am Vorabend demonstrieren wollten. Die Beamten gingen mit Schlagstöcken gegen die Demonstranten vor, als Auseinandersetzungen zwischen Papstgegnern und Teilnehmern des katholischen Weltjugendtags drohten. Unter den Verletzten war nach diesen Angaben auch eine Italienerin, die nicht an den Protesten beteiligt war. Wenige Stunden zuvor war Papst Benedikt XVI. auf einem Begrüßungsfest von Hunderttausenden jungen Katholiken umjubelt worden. Bei dem Fest auf dem Madrider Cibeles-Platz mussten nach Angaben der Rettungsdienste 540 Teilnehmer von Sanitäter behandelt werden. Die meisten von ihnen hatten Schwächeanfälle infolge der Hitze erlitten. Der Höhepunkt des zweiten Tages auf dem Glaubenstreffen: ein feierlicher Kreuzweg mit Jugendlichen auf dem zentralen Cibeles-Platz.

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(apa/dpa / csm) Erstellt am
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