© Susanne Eiweck

Politik
09/12/2012

Wenn das Handy nur im Kopf klingelt

Ein australischer Forscher hat eine neue Theorie für die Ursache das "Phantom-Handyklingelns". Er führt es auf elektromagnetische Strahlung zurück.

Fast jeder Handybesitzer kennt die Situation: Man greift in die Hosentasche, weil man glaubt, das Handy klingelt oder vibriert. Schaut man dann allerdings aufs Display, stellt man fest: Der Anruf war lediglich eine Einbildung. Ein australischer Forscher hat nun eine neue Erklärung für dieses von Medien als "Phantom-Handyklingel-Syndrom" oder "Ringxiety" bezeichnete Phänomen vorgelegt.

Bisher war man davon ausgegangen, dass die imaginären "Good Vibrations" in der Hosentasche auf eine Fehlinterpretation unseres Gehirns zurückzuführen sind. Alex Blaszczynski, Vorsitzender der Psychologie-Fakultät an der Universität Sydney, legt nun aber eine andere Theorie vor: Er glaubt, dass die Sinnesempfindung von elektromagnetischer Strahlung ausgelöst wird. Gegenüber der Zeitung Sydney Morning Herald sagt er: "Ich glaube, dass es mit der Mobilfunkübertragung zusammenhängt. Diese könnte die Ursache für das Vibrationsgefühl sein". Laut Blaszczynski sind diese Signale etwa zu hören, wenn man ein Handy neben einem aktiven Lautsprecher platziert. Wissenschaftlich überprüft hat er seine These übrigens noch nicht.

Erwartung beeinflusst Wahrnehmung

In der Psychologie werden solche Zeitgeist-Phänomene bereits seit einiger Zeit untersucht. Meist führen die Wissenschafter das Konzept der konzeptgesteuerten Wahrnehmung als Erklärung an. Dieses geht davon aus, dass unsere Erwartungen unsere Wahrnehmung beeinflussen. Erwartet man beispielsweise einen dringenden Anruf, neigt man wahrscheinlich eher dazu, ein "Phantom-Klingeln" wahrzunehmen. Jeder Reiz - etwa die Reibung der Jeanshose an der Haut - wird in diesem Zusammenhang als Anruf interpretiert.

Das Handy-Syndrom "Ringxiety" (auch "Vibrxiety") ist jedenfalls weit verbreitet. In einer Untersuchung von Michael Rothberg, einem Forscher am Baystate Medical Center in Springfield im US-Bundesstaat Massachusetts, gaben 68 Prozent der Befragten an, regelmäßig Erfahrungen mit dem Syndrom gemacht zu haben. Auch Rothberg führt das "Phantomklingeln" auf sensorische Missverständnisse unseres Gehirns zurück.

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