© Stephan Boroviczeny

Politik
12/05/2011

Versicherungsfall Pflege

Das bisherige Finanzierungssystem ist ungerecht und nicht mehr zeitgemäß.

Wer krank ist, wird behandelt - egal, ob jemand Geld hat (abgesehen von den Vorteilen für Privatversicherte) und ob es Angehörige gibt, die sich um den Patienten kümmern. Wer pflegebedürftig ist, wird gepflegt - gegen Zahlung von viel Geld; nur wenn Einkommen und Erspartes nicht reichen, springt die öffentliche Hand ein. Und in den meisten Fällen sind es ohnehin die Angehörigen, die die Pflege übernehmen.

Dieses System ist ungerecht, weil es zulässt, dass Menschen besser oder schlechter versorgt werden, abhängig von ihrer wirtschaftlichen Lage und von ihrem sozialen Umfeld. Das System ist unsicher, wie die ständige Debatte über Bedarf und Zuständigkeiten bei der Pflegefinanzierung zeigt. Und es ist nicht zeitgemäß, weil sich die Gesellschaft ändert: Die Menschen werden älter und brauchen öfter Pflege; Berufstätigkeit und räumliche Distanz machen es Angehörigen schwer, sich um die Alten zu kümmern. All das erfordert echte Reformen.

Das Versicherungssystem funktioniert im Krankheitsfall, warum nicht bei der Pflege? Natürlich kostet eine Pflegeversicherung jeden etwas, und natürlich geht es nicht ohne öffentliches Geld. Aber der Systemwechsel ist wichtig, sonst steht die Pflegefinanzierung auch künftig bei jeder Spardebatte zur Disposition.

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