Politik 22.12.2011

Unser Steuergeld

In Liechtenstein liegen viele Milliarden aus Österreich. Die wollen wir jetzt haben.

Der Fall Grasser wird zum Fall Liechtenstein. Ein Staat, der friedlich mitten in Europa leben und vom allgemeinen Wohlstand profitieren will, muss sich zumindest an einige Grundregeln halten. Die Einladung zur Steuerhinterziehung war schon immer widerlich, inzwischen ist sie unerträglich.

Der Ex-Finanzminister hat seine Stiftungen im Fürstentum zu einer Zeit eingerichtet, als Liechtenstein gemeinsam mit Andorra und Monaco auf der schwarzen Liste der OECD standen. Achtung: Steuerschurken. Und Grasser hat seine Stiftung ganz ohne Not so konstruiert, dass er seine Millionen der Stiftung übertragen hat. Das bedeutet, dass er offiziell keinen Zugriff auf sein Vermögen hat, sich dadurch aber hinter den Organen der Stiftung verstecken kann. Und verstecken tut man sich nur, wenn man etwas zu verbergen hat.

Grasser ist übrigens kein Einzelfall. In Liechtenstein gibt es rund 5000 Stiftungen mit Österreich-Bezug.

Dort liegen viele Milliarden an nicht bezahlten Steuern verborgen, die dem Fiskus, also uns allen, gehören. Die Bundesregierung muss jetzt massiv Druck auf das kleine Fürstentum aufbauen. Wir stellen den Liechtensteinern unsere Richter zur Verfügung, das Fürstentum muss ein Staat nach europäischem Standard werden.

( Kurier ) Erstellt am 22.12.2011