Ungarn: Chef der "Roma-Garde" verhaftet

Oberst Daflics darf wegen einer Vorstrafe keine Organisation gründen. Tausende Roma hatten sich seinem Aufruf zum "offenem Widerstand" bereits angeschlossen.
Ein Polizist steht vor einer Gruppe von Männern und einem Haus.

Der Chef der neuen ungarischen "Roma-Garde", Ferenc Bago, ist in der südungarischen Stadt Pecs (Fünfkirchen) von einer Kommandoeinheit festgenommen worden, wie Medien am Freitag berichten. Der sich selbst als Oberst Daflics bezeichnende 45-Jährige hatte die Gründung einer "Roma-Garde" verkündet und die Roma zu "offenem Widerstand" aufgerufen. Laut Internetportal Index sei Bago verhaftet worden, weil er eine Straftat beging, indem er als Vorbestrafter eine Organisation gründete.

Angeblicher Mordversuch

Hinter der "Roma-Garde" steht die "Vereinigung der Roma von Pecs". Sie wirbt im Internet um Mitglieder und Spenden. Nach Angaben der Vereinigung wurde die "Roma-Garde" als "Schutzschild" für Roma gegen die rechtsextremistische "Ungarische Garde" gegründet, die die Roma seit Jahren in Angst und Schrecken versetze. Laut Bago sollen sich bereits tausende Roma der Initiative angeschlossen haben. "Hir-TV" berichtet, Bago soll als Fremdenlegionär gedient und wegen Mordversuchs im Gefängnis gesessen sein.

Der Initiative der "Roma-Garde" haben sich verschiedene Roma-Organisationen angeschlossen, wie die Roma-Selbstverwaltung der südungarischen Stadt Mohacs. Ihr Vorsitzender Istvan Kovacs bestätigte die Unterstützung der Garde als Vereinigung zum Schutz der Roma. Doch dieser Schutz dürfe keinesfalls mit Waffengewalt erfolgen, betonte Kovacs.

Mehr zum Thema

  • Hauptartikel

  • Hintergrund

  • Hintergrund

Kommentare