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Politik
05/03/2012

Ukraine: EU-Kommission bleibt EURO fern

Protest - Kein Mitglied der EU-Kommission wird bei EM-Spielen in der Ukraine zugegen sein.

EU-Kommissionspräsident (Jose Manuel) Barroso hat nicht die Absicht, in die Ukraine zu reisen oder an den Veranstaltungen im Zusammenhang mit der Euro-2012 teilzunehmen", hieß es in der auf der Facebook-Seite der EU-Vertretung veröffentlichten Erklärung. "Diese Haltung wird von allen EU-Kommissaren geteilt." Barroso selbst hatte bereits zuvor angekündigt, dass er nicht in die Ukraine reisen werde.

Aus Protest gegen den Umgang der ukrainischen Behörden mit Timoschenko forderten bereits zahlreiche Politiker einen Boykott der Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine, die in wenigen Wochen gemeinsam mit Polen Gastgeberland ist. Gemeint war die Teilnahme von Politikern nicht die Abhaltung der Spiele an sich. In Kiew soll überdies am 1. Juli das Endspiel ausgetragen werden.

Ukraine kritisiert "Politisierung von Sportereignissen"

Die Ukraine verurteilt einen politischen Boykott der Fußball-Europameisterschaft in ihrem Land. "Das Außenministerium hält die Versuche einer Politisierung von Sportereignissen für destruktiv", teilte das Ministerium am Donnerstag in Kiew mit. Sportveranstaltungen dienten seit Urzeiten der zwischenstaatlichen Verständigung. "Aufrufe zu einem Boykott der Meisterschaft würden den Beziehungen einen Schaden zufügen", heißt es weiter in dem Schreiben.

Die an Bandscheibenproblemen leidende Timoschenko verbüßt in der Ukraine eine siebenjährige Haftstrafe wegen Amtsmissbrauchs. Die ehemalige Regierungschefin protestiert seit dem 20. April mit einem Hungerstreik gegen ihre Haftbedingungen. Sie wirft Präsident Janukowitsch vor, die Prozesse gegen sie seien ausschließlich politisch motiviert. Viele Politiker in der EU stimmen mit dieser Einschätzung überein.

 

Putin bietet Pflege in Russland an

Der gewählte russische Präsident Wladimir Putin bot eine mögliche Behandlung der inhaftierten Ex-Regierungschefin in Russland an. "Aus humanitären Gründen" übernehme Moskau "gerne" die erkrankte Timoschenko, falls sie selbst dies wünsche und die Führung in Kiew zustimme, sagte Putin am Donnerstag. Zuvor hatte bereits die deutsche Regierung der Ukraine eine Behandlung der 51-Jährigen in Deutschland angeboten, und ebenfalls am Donnerstag schlug die Parlamentarische Gruppe Schweiz-Ukraine des Schweizer Parlaments der Regierung in Bern in einem Schreiben vor, sich an Kiew zu wenden, damit Timoschenko in der Schweiz behandelt werden kann. Die Führung in Kiew hatte aber mehrfach betont, es gebe keine Rechtsgrundlage für die Pflege von Häftlingen im Ausland.

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