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Politik
12/05/2011

Troy Davis durch Giftspritze hingerichtet

Im US-Bundesstaat Georgia wurde am Mittwochabend eine der umstrittensten Hinrichtungen in der US-Justizgeschichte vollzogen.

Todesstrafe? Zur Hölle nein!" und "Befreit Troy Davis": Hunderte Menschen demonstrierten am späten Mittwochabend (Ortszeit) vor dem Gefängnis im US-Bundesstaat Georgia in der Hoffnung, dem verurteilten Amerikaner Troy Davis die Todesspritze zu ersparen. Vergebens: Davis, der in den 20 Jahren in der Todeszelle stets seine Unschuld betont hatte, starb im Staatsgefängnis Jackson um 23.08 Uhr (Ortszeit/05.08 Uhr MESZ) durch eine Giftspritze.

Bis zuletzt hatten die Anwälte des 42-Jährigen für einen Exekutionsaufschub gekämpft und als letztes Mittel kurz vor dem Hinrichtungstermin den obersten US-Gerichtshof in Washington angerufen. Die neun Richter des Supreme Courts benötigten mehrere Stunden, um den Antrag der Verteidigung abzulehnen. Die Hinrichtung verzögerte sich entsprechend.

Die Hinrichtung ist eine der umstrittensten in der US-Justizgeschichte überhaupt. Der Afroamerikaner soll 1989 in Savannah (Georgia) einen jungen weißen Polizeibeamten umgebracht haben, doch die tatsächliche Schuldfrage erscheint ungeklärt. Eine Tatwaffe, DNA-Spuren oder Fingerabdrücke, die auf ihn als Täter hingedeutet hätten, wurden nie gefunden.

Sieben von neun Zeugen, die ihn als Täter genannt hatten, zogen ihre Aussagen später zurück. Einige von ihnen sagten, sie seien von Polizisten zu den Aussagen gezwungen worden. Davis' Anwalt Brian Kammer hatte in seinen Anträgen an die Gerichte geschrieben, dass neue Beweise zur Entlastung seines Mandanten vorlägen. Heinz Patzelt, Generalsekretär von Amnesty International Österreich, sprach in einem Interview mit dem ORF von einem "rassistischen Urteil".

"Kampf für Gerechtigkeit"

Wenige Stunden vor seiner Hinrichtung hat der Afroamerikaner Troy Davis seine Mitstreiter aufgefordert, den Kampf gegen die Todesstrafe nicht aufzugeben. "Der Kampf für Gerechtigkeit endet nicht mit mir", schrieb der 42-Jährige in einer am Dienstag (Ortszeit) von der US-Sektion der Menschenrechtsorganisation Amnesty International verbreiteten Botschaft.

"Dieser Kampf ist für alle Troy Davise, die vor mir kamen und die nach mir kommen werden", schrieb er. "Ich bin guter Verfassung und voller Gebete und in Frieden. Aber ich werde bis zu meinem letzten Atemzug nicht aufhören zu kämpfen."

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