Politik 01.01.2012

Tote und Schwerverletzte zu Silvester

© Bild: APA

Ein Stromschlag bzw. eine Kugelbombe wurden zwei Österreichern zum Verhängnis. Auch Deutschland und Italien beklagen Todesopfer.

Alkohol, Übermut, Pyrotechnik - Meist sind zumindest zwei dieser Faktoren im Spiel, wenn alljährlich zu Silvester das Leben von meist jungen Männern vorzeitig endet.

Heuer kam in der Neujahrsnacht ein 16-Jähriger am Vöcklabrucker Bahnhof in Oberösterreich ums Leben. Der Bursch war gegen 3.00 Uhr auf einen abgestellten Güterwaggon geklettert und erlitt dabei einen 15.000 Volt starken Stromstoß. Sein Freund, der mit ihm auf den nächsten Zug gewartet hatte, musste psychologisch betreut werden. Einen Bericht auf der Homepage der Tageszeitung Heute bestätigte die zuständige Sicherheitsdirektion.

Die Staatsanwaltschaft stelle aber noch Ermittlungen an. Deswegen werden von den Behörden vorerst keine weiteren Informationen gemacht, hieß es.

"Kugelbombe" traf Burschen am Kopf

Ein 18-Jähriger Waldviertler ist am Sonntag in den frühen Morgenstunden beim Hantieren mit einem Feuerwerkskörper ums Leben gekommen. Der junge Mann war um 0.03 Uhr mit einer Gruppe weiterer Jugendlicher in Waldenstein (Bezirk Gmünd) mit dem Abschießen von Feuerwerkskörpern beschäftigt. Beim Zünden einer sogenannten Kugelbombe kam es zu einer frühzeitigen Detonation und der Mann wurde vom Feuerwerkskörper tödlich am Kopf getroffen. Der Verunfallte wurde nach Erstversorgung durch den Notarzt in das Landesklinikum Waldviertel Gmünd eingeliefert, wo er seinen schweren Verletzungen um 01.48 Uhr erlag.

Auch in Deutschland ist in der Silvesternacht ein 27-Jähriger beim Zünden eines Silvesterböllers getötet worden. Wie die Göppinger Polizei am Sonntag mitteilte, wollte der Mann auf der Schwäbischen Alb einen mitgebrachten Knallkörper zünden, als dieser plötzlich vor ihm explodierte. Die heftige Detonation verletzte ihn so schwer, dass er noch im Rettungswagen seinen Verletzungen erlag. Ein in der Nähe stehender 20-Jähriger wurde schwer, ein 39-Jähriger leicht verletzt.

Böller in Gasthaus explodiert

Zu einem folgenschweren Unfall mit einem Feuerwerkskörper kam es auch in der Oststeiermark. "Übermut" war wohl die Ursache, vermutet die Polizei, warum ein 44-Jähriger in einem Gasthaus in Vorau (Bezirk Hartberg) an einem Böller der Klasse 1 herumgezündelt hat. Als die Lunte Feuer fing, wollte er sie wieder löschen - vergeblich. Um eine Explosion im Inneren des Lokals zu verhindern, packte der Mann den Explosivkörper und rannte Richtung Ausgang. Im Vorraum gab es eine Detonation: Der Böller war in der rechten Hand des Oststeirers explodiert, ihm wurden drei Finger ganz bzw. teilweise abgerissen.

Die alarmierten Einsatzkräfte leisteten Erste Hilfe und brachten den Schwerverletzten ins LKH Graz, wo sich Ärzte der Plastischen Chirurgie bemühten, die amputierten Finger wiederherzustellen. Alkohol soll nicht im Spiel gewesen sein.

Mit Schreckschusspistole schwer verletzt

Im Burgenland im Bezirk Neusiedl am See hat ein Mann mit einer Schreckschusspistole hantiert, wie sie Weingartenhüter verwenden, um Stare von den Trauben fernzuhalten. Dabei kam es kurz nach 06.00 Uhr zu einer Explosion, bei der dem 49-Jährigen an einer Hand mehrere Finger abgerissen wurden. Ob der Burgenländer die Schreckschusswaffe abgefeuert hat oder ob sich eine Patrone entzündet hatte, als er sie in der Hand hielt, war vorerst unklar. Ein Notarztwagen brachte den Schwerverletzten in das Krankenhaus Eisenstadt.

Verirrte Kugel tötete Gastwirt

In Italien sind bei der Silvesterknallerei ebenfalls zwei Menschen ums Leben gekommen. In Neapel starb ein 39-jähriger Gastwirt höchstwahrscheinlich durch eine verirrte Kugel. In der süditalienischen Metropole ist es Tradition, den Jahreswechsel mit Pistolenschüssen in die Luft zu feiern. In Rom kam ein 31-Jähriger beim Hantieren mit Feuerwerkskörpern in seiner Wohnung ums Leben, vier Kinder wurden verletzt.

Erstellt am 01.01.2012