Tiere aus der Zeit der Dinosaurier

Manche Tiere haben sich trotz Jahrmillionen langer Existenz kaum verändert.

Lebende Fossilien sind Organismen, deren Spuren sich bereits in den Fossilienschichten früherer geologischer Zeitalter finden und die noch heute leben. Sie unterscheiden sich in ihrer Erbsubstanz nicht oder nur minimal von ihren Millionen Jahre alten Urahnen. Der "jüngste" Vertreter unter ihnen ist der Protoanguilla palau, eine flachköpfige, bislang unentdeckte Aal-Art aus den Gewässern um die Südseeinsel Palau. David Johnson vom National Museum of Natural History verweist auf Merkmale, die sich nur bei des Aals Verwandten aus der Kreidezeit wiederfinden würden. Von ... ... ähnlicher Gestalt ist ein weiterer Vertreter der lebenden Fossilien. Seit knapp mehr als 500 Millionen Jahren haben sich Neunaugen kaum verändert. Die sowohl im Süß- als auch im Salzwasser vorkommenden Tiere verdanken ihren Namen den sieben seitlich auftretenden Kiemenspalten, welche fälschlicherweise für Augen gehalten worden waren. Als Lampreten fanden sie, ähnlich dem Aal, in den Küchen Europas Einzug, stehen heute aber, mit allen Unterarten, auf der roten Liste der gefährdeten Arten. Einer der berühmtesten Vertreter lebender Fossilien ist der Quastenflosser. Seine Geschichte reicht ganze 406 Millionen Jahre zurück - der Knochenfisch galt lange als ausgestorben, ehe 1938 im indischen Ozean vor Südafrika der Komoren-Quastenflosser entdeckt wurde, 1997 wurde gar vor der indonesischen Insel Sulawesi eine zweite Art, der Manado-Quastenflosser entdeckt. Urzeitlich mutet auch der Nautilus aus der Familie der Perlbooten an. Ganze sechs Arten dieser ursprünglichsten Art der Kopffüßer haben sich nach knapp 500 Millionen Jahren der Existenz noch gehalten. Die vorwiegend nachtaktiven Tiere leben hauptsächlich an Riffhängen tropischer Gewässer und sind sowohl als Souvenier als auch in der Küche beliebt. Der Pfeilschwanzkrebs, auch Molukkenkrebs genannt, wird bis zu 60cm lang und existierte in nahezu identer Form bereits vor über 400 Millionen Jahren. Der Vertreter der Schwertschwänze leben an sandigen Küsten in Tiefen von 10 bis 40 Meter und können bei Bedarf, allerdings mit dem Bauch nach oben, sogar schwimmen. Brückenechsen oder Tuataras (aus dem Maori für "Stachelträger") sind ausschließlich auf der Nordinsel Neuseelands zuhause. Von den kleinen Echsen existieren nur mehr knapp über 50.000 Expemlare, wobei die knapp über einen halben Meter langen Tiere vorwiegend in der Dämmerung und Nachts aktiv sind. Nur wenigen Menschen ist bekannt dass auch das Opossum ein lebendes Fossil darstellt. Schädelteile des durch die "schielende Heidi" bekannt gewordenen Beuteltiers konnten bis in die Kreidezeit zurückdatiert werden. Lange als ausgestorben galt die Waldgiraffe oder Okapi. Der scheue Waldbewohner wirkt optisch wie eine Mischung aus Zebra, Giraffe und Esel. Okapis findet man nur auf einem verschwindend klein anmutenden Gebiet in der Demokratischen Republik Kongo. Hauptsächliches Verbreitungsgebiet ist der Ituri-Wald mit dem in ihm gelegenem Wildtierreservat Okapi. Im bekannten Virunga-Nationalpark wurden 2006 erstmals seit 1959 wieder Okapi-Spuren gesehen, 2008 gelangen dort erste Kamera-Aufnahmen von Okapis. Die Waldgiraffe steht mit einem Bestand von 10.000 bis 35.000 Tieren ebenfalls auf der roten Liste der gefährdeten Arten. Das Schnabeltier bildet zusammen mit dem Ameisenigel die Art der Kloakentiere. Die Einordnung der eierlegenden Säugetiere als lebende Fossilien ist allerdings umstritten, zumal die fossilie Geschichte des Tieres eher "dürftig" ist und der giftige Fleischfresser (männliche Tiere produzieren über Sporne an den Hinterbeinen in der Paarungszeit ein für den Menschen nicht letales Gift) sich im Laufe der Geschichte mehrfach an die sich verändernde Umwelt angepasst hat. Schnabeltiere kommen nur an der australischen Ostküste vor und sind für die Aborigines Kinder eines Entenweibchens und eines Schwimmrattenmännchens. Ebenfalls zu den lebenden Fossilien zählen die nächsten Verwandeten des Quastenflossers, die Lungenfische. Die Bezeichnung ist insofern irreführend, als dass Lungenfischen "Doppelatmer" sind - sie besitzen sowohl Kiemen um unter Wasser zu atmen, als auch Lungen, welche ihnen erlauben an der Wasseroberfläche Luft zu holen. Der österreichische Zoologe entdeckte als erster Wissenschaftler 1836 den südamerikanischen Lungenfisch. Die ersten Fossilien können knapp 400 Millionen Jahre zurückdatiert werden. Als der Koboldhai 1898 vom amerikanischen Biologen David Starr Jordan erstmals beschrieben wurde, war ihm wohl nicht bewusst, dass die Geschichte des Raubfisches bis in die Kreidezeit zurückreicht. Der Räuber mit dem weit vorschiebbaren Gebiss lebt vorwiegend an den Schelfhängen der Kontinentalplatten und wird meist nicht länger als knapp drei Meter. Von chinesischen Gourmets als Delikatesse verehrt, findet sich der Riesensalamander in den besten Restaurants des Landes wieder. Die größten Vertreter der Salamander kommen ausschließlich im Osten der USA, in China und in Japan vor. Sie bevorzugen kühle und klare Bäche, Flüsse und vereinzelt auch Bergseen. Im Sprachgebrach der US-Indianer wird das wehrhafte Wesen auch als "Wasserhund" bezeichnet. Vor knapp 20 Millionen Jahren waren die Riesensalamander auch im heutigen Europa heimisch. Der Überlebenskünstler unter den lebenden Fossilien ist zweifelsohne die Kakerlake. Das älteste geflügelte Insekt der Welt, taucht als Fossil zum ersten Mal vor etwa 350 Millionen Jahren auft. Mit ihrer Resistenz sogar gegen Strahlung ist die Kakerlake von heute identisch mit ihren 350 Millionen Jahre alten Vorfahren. Lebende Fossilien gibt es jedoch auch nicht nur in der Tierwelt. Der auch durch Tees und Gärten bekannte Gingko oder Ginkoist der einzige lebende Vertreter der Ginkgoales, einer ansonsten ausgestorbenen Gruppe von Samenpflanzen. Während ... ... Urweltmammutbaum oder auch Chinesisches Rotholz, Metasequoie oder Wassertanne, der erst 1941 in einer unzugänglichen Bergregion in China entdeckt wurde und welcher bis zu 420 Jahre alt werden kann.

Natürlich handelt es bei den vorigen Spezies nur um eine kleine Auswahl aller lebenden Fossilien, zumal alleine die Anzahl an lebenden fossilen Kleinstlebewesen den hier vorhandenen Rahmen sprengen würde.
(KURIER.at / lm) Erstellt am
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