Texas: Waldbrände verwüsten ganze Landstriche

Rund 180 einzelne Waldbrände haben im US-Staat Texas Hunderte Häuser zerstört und bereits vier Menschenleben gefordert. Am Donnerstag meldete die Feuerwehr erste Erfolge im Kampf gegen das Flammeninferno.

Seit Sonntag wüten im US-Bundesstaat Texas Dutzende Waldbrände. Vor allem in Bastrop County, etwa 30 Kilometer östlich der Hauptstadt Austin, breiten sich die Flammen rasant aus. Insgesamt wurden am Montag rund 60 einzelne Brände in Texas gezählt, im Laufe der Woche stieg die Zahl auf 180 an. Das größte Feuer in Bastrop County hat 121 Quadratkilometer Gras- und Buschland zerstört. Die starken Winde des Tropensturms "Lee" heizten die Brände zunächst an und ließen die Funken überspringen. Das erschwerte es den Feuerwehrleuten, die Flammen unter Kontrolle zu bekommen. Am Donnerstag schwächten die Winde ab - inzwischen sind laut Behörden 30 Prozent der Brände unter Kontrolle. Die Behörden bezeichnen das Flammeninferno als die schlimmsten Waldbrände in der Geschichte des Bundesstaates. Rund 5.000 Menschen sind vor den Bränden aus ihren Häusern geflüchtet, viele haben alles verloren. Es gab bereits vier Todesopfer: Im Osten von Texas starben eine junge Frau und ihr 18 Monate altes Kind, als ihr Wohnwagen am Sonntag ein Raub der Flammen wurde. Am Dienstag wurden zwei weitere verkohlte Leichen gefunden. Rund 2.000 Feuerwehrleute kämpfen an verschiedenen Stellen gegen die Waldbrände, die von der seit Monaten herrschenden Dürre in Texas begünstigt werden. Sie werden unterstützt von einer texanischen Elite-Einheit... ...die "Texas Task Force 1", hier auf einem Archivbild aus dem Jahr 2002 mit dem damaligen US-Präsidenten George W. Bush. Die Einheit besteht aus insgesamt rund 600 Rettungskräften und war etwa nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in New York und nach dem Hurrikan "Katrina" 2005 in New Orleans im Einsatz. Verzweifelt versuchen die Bewohner, die Flammen von ihren Häusern fernzuhalten... ...doch die Feuer lassen sich kaum stoppen. Bisher wurden mehr als 700 Häuser von den Flammen zerstört. Seit November 2010 sind in Texas aufgrund der Hitze und des ausbleibenden Regens laut New York Times bereits über 1.000 Häuser zerstört worden... ...und 1,5 Millionen Hektar Land den Flammen zum Opfer gefallen. Obwohl die Polizei die Menschen in betroffenen Ortschaften per Megaphon auffordert, ihre Häuser zu verlassen, versuchen viele Bewohner auf eigene Faust, ihr Hab und Gut zu retten. Augenzeugen berichten, dass sie noch nie ein Feuer gesehen haben, das sich derart schnell ausbreitet. Der texanische Gouverneur Rick Perry bat die US-Regierung um Unterstützung beim Kampf gegen die Flammen.  „Das sind die ärgsten Brände, die ich je gesehen habe. Und ich habe viele gesehen“, sagte Perry. Alle Ressourcen des Bundesstaates würden eingesetzt, um Leben und Eigentum der Bürger zu schützen, erklärte Gouverneur Perry. Vielerorts werden Bagger eingesetzt, um die Flammen zu bekämpfen. Das "Texas Forest Service" hat nun auch 30 größere und kleinere Flugzeuge sowie "Blackhawk"-Hubschrauber geschickt, um die Brände zu löschen. Die Brände haben bereits großen Schaden angerichtet. Insgesamt werden die Schäden in der Landwirtschaft aufgrund der lange anhaltenden Dürre und der Brände in Texas auf fünf Miliarden Dollar  (3,5 Milliarden Euro) geschätzt. Tausenden Bewohnern bleibt keine andere Möglichkeit, als ihre Häuser zu verlassen und zu flüchten.
(KURIER.at / lef) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?