Sturm fegte folgenschwer durch Österreich

Äste knickten wie Grashalme: hier ein Bild aus Graz
Foto: APA-FOTO: FEUERWEHR GRAZ

Die Prognosen wurden übertroffen: Stürme, Starkregen, Schnee und Hagel setzten der Bevölkerung zu.

Stürme und heftige Gewitter beendeten Samstagnachmittag die Hitzewelle der vergangenen Tage auch im Osten und Süden Österreichs. Feuerwehren und Rettungskräfte hatten durch die Unwetterfolgen alle Hände voll zu tun.

In Niederösterreich wurde durch den Sturm eine Frau schwer verletzt. Bei einem Reitfest in Hirschwang an der Rax im Bezirk Neunkirchen wurden das Festzelt und Zelteinstellplätze der Pferde durch den Sturm aus den Verankerungen gerissen. Herumfliegende Teile trafen eine Turnierteilnehmerin. Sie musste schwer verletzt ins Spital geflogen werden.

Trotz des angekündigten Wetterumsturzes nutzten etliche Touristen das Wochenende noch für Bergtouren in den Alpen - und bescherten den Rettungskräften damit eine Reihe lebensgefährlicher Einsätze (siehe Hintergrund).

Schneemänner

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In den Tiroler Bergen war der Winter auf Kurzbesuch - bis auf 1600 Meter Seehöhe herab hatte es geschneit. Schneemann bauen statt sonnen hieß das mitunter für Touristen. Das Timmelsjoch und das Hahntennjoch mussten kurzfristig für Autos gesperrt werden. Auch der steirische Sölkpass war am Sonntag unpassierbar.

Hagelschäden

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Schäden in der Höhe von rund 1,2 Millionen Euro meldet die Hagelversicherung allein für die östliche Steiermark. Samstagabend wurden Obstkulturen, vorwiegend Äpfel, Mais und Grünland vernichtet.

Stürme mit Spitzengeschwindigkeiten von annähernd 100 Stundenkilometern setzten den Grazern zu. Gut 200 Notrufe gingen Samstagabend bei der Feuerwehr ein: wegen abgebrochener Bäume, ungesicherter Baustellen, beschädigter Autos und zerborstener Fenster.

Baum auf Auto

Auch über Kärnten zogen Gewitter mit orkanartigen Stürmen. Bäume verlegten Straßen, Starkregen überflutete Keller und Straßen. In Gmünd zertrümmerte ein Baum das Fahrzeug einer Rumänin, die 34-Jährige blieb zum Glück unverletzt.

Im Burgenland mussten etliche Segler auf dem Neusiedler See aus Seenot gerettet werden. Wien kam relativ glimpflich davon. Die Feuerwehr musste sich vor allem um lose Gerüstteile oder Fensterflügel kümmern. Schwere Schäden richtete der Sturm nicht an.

Mit dem Wetterradar unseres neuen Wetterdienstlieferanten UBIMET können Sie die Gewitterfront verfolgen und sich über die Blitzdichte in Österreich informieren. Auch haben Sie die Möglichkeit, Unwetter in Ihrer Region direkt an die Unwetterzentrale zu melden. (siehe Link).

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