Politik 05.12.2011

Strauss-Kahn: Affäre mit Banons Mutter?

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Die Mutter der Autorin Tristane Banon gab zu, ein "durchaus brutales" Sex-Verhältnis zum Ex-IWF-Chef gehabt zu haben. Die Tocher hatte ihn angezeigt.

Bei den Vorermittlungen gegen den Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn wegen versuchter Vergewaltigung in einem Pariser Hotel sind erneut pikante Details ans Licht gekommen. Die Mutter der Autorin Tristane Banon, die Strauss-Kahn bereits 2003 beschuldigt hatte, soll in einem Verhör zugegeben haben, eine Affäre mit dem Politiker gehabt zu haben. "Einvernehmlich, aber durchaus brutal" sei ihr Verhältnis gewesen, sagte Anne Mansouret der Polizei nach einem Bericht der Website lexpress.fr. Sie hätten sich in einem Büro bei der OECD getroffen. Ihre Tochter hatte Strauss-Kahn wegen versuchter Vergewaltigung bei einem Interview-Termin vor acht Jahren angezeigt.

Dominique Strauss-Kahn soll in Paris ein Zimmermädchen vergewaltigt haben.
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Anne Mansouret, eine Parteifreundin von Strauss-Kahn, sagte, dass sie ihrer Tochter 2003 abgeraten habe, den Politiker wegen versuchter Vergewaltigung anzuzeigen. Ein Anwalt habe ihr erklärt, dass die Aussichten auf Erfolg nicht besonders groß seien, da Strauss-Kahn die Vorwürfe als Racheakt einer enttäuschten Journalistin hätte zurückweisen können. Sie betonte auch, dass der damalige Parteichef Francois Hollande auf dem Laufenden gewesen sei.

Dominique Strauss-Kahn soll in Paris ein Zimmermädchen vergewaltigt haben.
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Die Staatsanwaltschaft entscheidet nach Abschluss der Vorermittlungen, ob sie ein Verfahren einleitet. Falls es sich ihrer Ansicht nach um sexuelle Belästigung handelt, wäre die mutmaßliche Straftat bereits verjährt. Im Fall einer Verurteilung wegen versuchter Vergewaltigung droht Strauss-Kahn hingegen eine Haftstrafe von 15 Jahren.

"Kein grausamer Mensch"

Zu Beginn des Falls hatte Strauss-Kahn Rückendeckung von der spanischen Schriftstellerin Carmen Llera Moravis bekommen. Sie hatte eine Beziehung zu dem 62-Jährigen zugegeben, sich aber nicht als Opfer bezeichnet. "Ich kenne Dominique Strauss-Kahn seit Jahren. Ich war nie sein Opfer, wie jemand geschrieben hat. Er ist kein grausamer oder sadistischer primitiver Mensch, Gewalt ist nicht Teil seiner Kultur. Er liebt Sex, na und? Das ist kein Verbrechen. Manchmal drücken Körper mehr als Worte aus", schrieb Llera Moravia in einem Brief an die Mailänder Tageszeitung Corriere della Sera am 20. Mai 2011.

2005 hatte Llera Moravia in Italien ein erotisches Buch mit dem Titel "Gaston" veröffentlicht. Das Werk dreht sich um eine sadistische Liebe zwischen einem Mann, Gaston, und einer Frau, Nina, in der Kritiker Llera Moravia erkennen. Gaston ist der zweite Name von Strauss-Kahn.

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Erstellt am 05.12.2011