Politik
12/05/2011

Stmk: Vorwürfe gegen Heim und Bürgermeister

Ein in Wien lebender Steirer erhebt gegen einige Erzieher des Landesjugendheims Hartberg in der Steiermark schwere Vorwürfe.

Prügel bis zur Bewusstlosigkeit, sexuelle Belästigung, harte Arbeit ohne Entlohnung: Es sind schwere Anschuldigungen, die ein in Wien lebender Steirer gegen einige Erzieher des Landesjugendheims Hartberg in der Steiermark erhebt.

Besonders brisant an der Geschichte: Unter den Adressaten der Vorwürfe ist auch Karl Pack, seines Zeichens ÖVP-Bürgermeister der Bezirksstadt und seit den 1980er-Jahren Leiter des Heimes. Er habe ihn geschlagen und getreten, weil er heimlich auf der Toilette geraucht habe, behauptet nun der heute 45-jährige Steirer.

Der Mann war laut Kleiner Zeitung vier Jahre lang in dem oststeirischen Heim, in dem sogenannte schwer erziehbare Jugendliche untergebracht werden. Der 45-Jährige schildert, er habe aufgrund der Vorkommnisse in seiner Jugend zwei Mal versucht, sich das Leben zu nehmen: Ein Erzieher habe die jungen Schützlinge dauernd begrapscht, ein anderer ihn bewusstlos geschlagen.

Vorwürfe zurückgewiesen

Die Staatsanwaltschaft will nun gegen das Landesjugendheim sowie gegen Pack ein Ermittlungsverfahren einleiten. Darüber zeigt sich vor allem der Bürgermeister selbst erleichtert: "Ich weise die Anschuldigungen auf das Allerschärfste zurück", betont er: "Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich keinen Buben blutig schlagen könnte. Das ist aus meiner Sicht eine bodenlose Sauerei."

Der einstige Schützling aus Wien sei ihm bekannt, versichert Pack: Er habe dem Mann gerade erst Geld geborgt, als er plötzlich im Rathaus aufgetaucht sei und ihm geschildert habe, dass er arbeitsunfähig sei.