Politik
05.12.2011

SETI: Suche nach Aliens geht weiter

Fast täglich werden neue Planeten entdeckt - jetzt fahndet das Projekt SETI erneut nach außerirdischem Leben.

Wenn wir die Einzigen im Universum sein sollten, wäre das eine ziemliche Platzverschwendung."
Das sagte Jodie Fosters Filmvater Ted Arroway 1997 im Science-Fiction-Film "Contact". Darin spielte Foster die Wissenschaftlerin Ellie Arroway, die Kontakt zu Außerirdischen aufbauen will. Jetzt beteiligt sich die US-Schauspielerin selbst an der Planetenjagd - zumindest finanziell. Denn dass die 42 gigantischen Weltraumteleskope des Projekts SETI (Search for extraterrestrial intelligence) im kalifornischen Mountain View Mitte September wieder ihren Lauschangriff auf das Universum aufnehmen können, ist vor allem vermögenden Spendern zu verdanken.

Nachdem vor einigen Monaten die staatlichen Zuschüsse gestoppt wurden, spendeten rund 2500 Sponsoren insgesamt 150.000 Euro. Unter den Geldgebern ist etwa auch der Astronaut Bill Anders, der 1968 bei der Apollo-8-Mission die Rückseite des Mondes bewundern durfte.

Heiliger Gral

Die Suche nach möglichen ETs fasziniert die Menschheit seit Jahrtausenden. Einen Planeten zu entdecken, der der Erde ähnelt, gilt als heiliger Gral der Weltraumforscher. Seit im Jahr 1961 der Astrophysiker Frank Drake das Thema in eine erstaunliche Gleichung goss, glauben viele Experten an die Existenz außerirdischen Lebens. In dieser Formel werden alle
Faktoren zur Voraussetzung außerirdischer Intelligenz miteinander multipliziert - das Ergebnis ist die Zahl "N". Sie gibt an, mit wie vielen Außerirdischen in unserer Milchstraße die Menschheit jedes Jahr Kontakt bekommen könnte. Immerhin kam Drake damals auf zehn Zivilisationen. Seither hat sich vieles geändert. Die Formel ist nicht mehr ganz zeitgemäß, die Wahrscheinlichkeit für die Entdeckung außerirdisches Leben ist zwar geringer, doch die Suche nach fremdem Leben boomt wie nie zuvor.

Weltraumforscher fahnden nach einer zweiten Erde im All. Unter anderem mit Hilfe des gigantischen Weltraumteleskops Kepler, das im März 2009 seine Arbeit aufnahm und mit der größten Kamera, die jemals in den Weltraum gebracht wurde, ausgestattet ist.

Mit Beginn des Jahres 2011 listete die NASA 1235 Expoplaneten - nur 60 davon sind möglicherweise bewohnbar. Fast täglich kommen neue dazu. Die US-Radioastronomin Jill Tarter vom SETI-Institut ist etwa davon überzeugt, dass alleine in der Milchstraße mehr als 50 Milliarden erdähnliche Planeten existieren.

Der Erde am ähnlichsten ist Gliese 581d. Er besteht vermutlich aus Eis oder Gestein - möglicherweise birgt er sogar einen gigantischen Ozean und liegt "nur" 20,4 Lichtjahre von der Erde entfernt.

SETI: Im Kontakt mit dem Universum

Institut: SETI steht für „Search for Extraterrestrial Intelligence“. Zu deutsch: Suche nach außerirdischer Intelligenz. In Kalifornien (USA) hat das Institut starke Sender und empfindliche Empfänger aufgestellt. Sie sollen den Himmel nach Signalen außerirdischer Kulturen absuchen. SETI beschäftigt rund 140 Mitarbeiter.

Finanzierung: Das jährliche Budget von 18 Millionen US-Dollar kommt aus Spenden wie zum Beispiel von der Paul G. Allen Foundation und von Hewlett Packard, von der US-Weltraumbehörde NASA sowie der National Science Foundation.

Wussten Sie, dass ...?

... es etwa 100 Milliarden Sterne in unserer Galaxie gibt? Die Milchstraße ist dabei nur eine von unzähligen Galaxien im Universum.

... 570 Planetensysteme in der Milchstraße bereits entdeckt wurden? Forscher schätzen, dass vier davon der Erde ähnlich sind. Das heißt, sie haben eine ähnliche Masse bzw. einen ähnlichen Durchmesser.

... 1000 bis 10.000 Planeten in der Milchstraße statistisch gesehen intelligentes Leben beherbergen können?

... ein Planet bewohnbar ist, wenn viele Faktoren zusammentreffen: Der Planet muss den richtigen Abstand von seinem Stern haben, damit das Wasser weder verdampft noch gefriert. Er darf nicht zu leicht sein - sonst ist seine Schwerkraft zu gering. Die Folge: Er kann weder Wasser noch Atmosphäre halten.

... der "durchschnittliche Planet" der Milchstraße so groß ist wie Jupiter - 12-mal so groß wie die Erde?

... mit modernen Teleskopen derzeit nur schwere Gasplaneten und Planeten, die einen Stern sehr nah umkreisen, zu entdecken sind?

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