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Politik
05/02/2012

Selbstmordanschlag nach Obama-Besuch in Kabul

Nach dem Überraschungsbesuch des US-Präsidenten sprengte sich ein Attentäter in die Luft. Elf Menschen starben. Die Taliban bekannten sich zu der Tat.

Kurz nach dem Überraschungsbesuch von US-Präsident Barack Obama am Dienstagabend in Kabul ist die afghanische Hauptstadt am Mittwochmorgen von einer heftigen Explosion erschüttert worden. Ein Selbstmordattentäter hatte sich auf der Jalalabad Straße, an der mehrere ausländische Militärbasen liegen, mit einem Auto in die Luft gesprengt. Die US-Botschaft löste Alarm aus und rief ihr Personal auf, in Deckung zu gehen.

Der Polizeichef von Kabul teilte mit, der Selbstmordattentäter habe sich in einem Auto vor dem Eingang zu einem von westlichen Ausländern genutzten Gebäudekomplex in die Luft gesprengt. Elf Menschen seien bei dem Anschlag ums Leben gekommen. Laut Augenzeugen ereignete sich kurze Zeit später eine weitere starke Explosion in der Nähe des Anschlags.

Taliban bekennen sich

Verantwortlich für den Anschlag sollen die radikalislamischen Taliban sein. Zumindest sagte ein Taliban-Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters am Telefon, ein Gotteskrieger habe sein Fahrzeug zur Explosion gebracht, dem "Feind" seien "schwere Verluste zugefügt worden. Westliche Ausländer in dem Gebäudekomplex kamen nach ersten Erkenntnissen nicht zu Schaden. Einer der Ausländer, der in einem Bunker Zuflucht gesucht hatte, sagte per Telefon, alle seien in Sicherheit. Bei dem betroffenen Gebäudekomplex handelt es sich um das sogenannte Green Village, in dem auch Polizisten aus NATO-Ländern untergebracht sind.

 

Partnerschaftsabkommen

In Kabul hatte Obama mit seinem afghanischen Kollegen Hamid Karzai ein Partnerschaftsabkommen unterzeichnet, das den künftigen Einsatz von US-Truppen in Afghanistan regelt. Später hielt Obama auf dem US-Stützpunkt Bagram eine Rede, die live im US-Fernsehen übertragen wurde. Darin sagte er, die USA stünden vor einem Sieg über das Terrornetzwerk Al-Kaida. Zudem kündigte er ein baldiges Ende des Krieges in Afghanistan an. Allerdings machte Obama erneut klar, auch nach 2014 amerikanische Soldaten am Hindukusch zu belassen. Das zunächst zehn Jahre laufende Abkommen zwischen beiden Staaten sieht vor, dass die Amerikaner afghanische Sicherheitskräfte ausbilden. Aber auch Kampfeinsätze gegen Terroristen sind laut US-Regierungsvertretern weiter denkbar. Konkrete Truppenstärken nennt der Vertrag jedoch nicht.

Jahrestag der Tötung von Osama bin Laden

Der Besuch von Obama in Afghanistan war aus Sicherheitsgründen im Vorfeld geheim gehalten worden. Er fällt auf den ersten Jahrestag der Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden durch ein US-Elitekommando im benachbarten Pakistan.  Es ist sein dritter Besuch in dem Land seit seinem Amtsantritt 2009.

Die USA wollen noch in dieser Woche Aufzeichnungen veröffentlichen, die bei dem Einsatz im Versteck des Al-Kaida-Chefs in Pakistan beschlagnahmt wurden. In den Dokumenten beklage Bin Laden unter anderem, dass seine Organisation "Desaster nach Desaster" erleide, sagte der wichtigste Anti-Terror-Berater der US-Regierung, John Brennan, am Montag in Washington. Die Schriftstücke sollen in den kommenden Tagen auf der Website der US-Militärakademie von West Point veröffentlicht werden.Vor seinem Tod habe der Al-Kaida-Chef über einen neuen Namen für seine Gruppe nachgedacht, um sie wieder attraktiver zu machen, sagte Brennan.

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