Schönbrunn: Flauschiger Vikunja-Nachwuchs

Die Andenbewohner mit dem großem Herz fühlen sich im neuen Südamerika-Park des Wiener Tiergartens sichtlich wohl.

Zierliche Beine, flauschiges, zimtfarbenes Fell und schwarze Knopfaugen: Der jüngste Nachwuchs im Tiergarten Schönbrunn ist wahrlich eine Augenweide. Im Juni 2010 ist die Vikunja-Herde in den neu eröffneten Südamerika-Park eingezogen, nun hat sich bereits Nachwuchs eingestellt. Am Sonntag brachte Vikunja-Weibchen Gisela nach rund einem Jahr Tragzeit ein Jungtier zur Welt. Sein Geschlecht konnten die Tierpfleger noch nicht erkennen. „Die Muttermilch bildet die ersten vier bis sechs Monate die Hauptnahrung. Das Jungtier frisst aber nach wenigen Tagen auch schon Gras und Heu“, so Tiergartendirektorin Dagmar Schratter. Vikunjas sind mit einer Schulterhöhe von nur etwa einem Meter die kleinste Kamelart. Sie sind in den südamerikanischen Anden bis in Höhen von 5.500 Meter heimisch und an das Leben im Hochland bestens angepasst. Schratter: „Ihr ungewöhnlich großes Herz versorgt sie trotz dünner Höhenluft mit ausreichend Sauerstoff. Gegen Kälte schützt sie ihr außerordentlich dichtes Fell.“ Die Wolle der Vikunjas ist feiner als Kaschmir und gilt als die seltenste und teuerste Wolle der Welt. Bereits die Inkas haben aus der Wolle dieser zierlichen Kamele Kleidungsstücke hergestellt. Die Jagd war allerdings streng geregelt. Mit dem Eintreffen der spanischen Eroberer im 16. Jahrhundert wurde es für die Vikunjas gefährlich: Wegen ihres Fells wurden sie beinahe ausgerottet. Heute gilt ihr Bestand mit rund 350.000 Tieren im Freiland als gesichert. In Zoos werden sie im Rahmen eines Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes (EEP) nachgezüchtet.
(Tiergarten Schönbrunn / ps) Erstellt am
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