Der Kunde ist in der Schule noch nicht König

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Politik
09/25/2012

Regierung legt Stronach rot-schwarzen Teppich

Der Polit-Neuling hat ein leichtes Spiel – wie einst der große Blender Jörg Haider.

von Josef Votzi

Was ist hier der Skandal: Dass die (rot geführte) Oberstaatsanwaltschaft und das (schwarz geführte) Justizministerium dafür sind, dass die Staatsanwälte ihren Job machen – auch, wenn es um den Kanzler geht? Oder, dass ausgerechnet der Hauptdarsteller in der Causa, "Boulevard mit Steuergeld pflastern", dem U-Ausschuss nicht Rede und Antwort steht – weil die Koalitionsabgeordneten den Kanzler leider, leider nicht laden wollen? Die Wähler machen sich mehr denn je ihren Reim darauf – sofern sie längst nicht Augen oder Ohren zuklappen, sobald ein Parteipolitiker auftaucht.

Stillstand beim Regieren, Abdrehen der Skandal-Aufklärung und danach auch noch darüber streiten, wer hier mehr auf der Bremse stand – die Koalition tut alles, um neuen Gesichtern im Hohen Haus den rot-schwarzen Teppich zu legen. Frank Stronach hat so ein leichtes Spiel, wenn er uns dieser Tage lautstark weismachen will: Er sei der Erneuerer, der Österreich von Grund auf sanieren wird. Weil er einer ist, der nichts mit den Seilschaften und Bräuchen der herkömmlichen Politik gemein hat.

So hat auch Jörg Haider einst geklungen, als er in den 90er-Jahren die komatösen Blauen zum Angstgegner Nummer 1 der "Altparteien" pushte. Inzwischen ist offenkundig, mit wem er aller kungelte, um zu Geld und Macht zu kommen. Wir haben inzwischen gelernt, dass es Stronach nicht so mit Namen hat. Daher auch ihm zur freundlichen Erinnerung: Ein gewisser Frank Stronach mietete sich als Magna-Chef Ex-Politiker im Dutzend in allen Parteifarben als Strippenzieher. Herbert Paierl (VP), Franz Vranitzky (SP), Andreas Rudas (SP) Karl-Heinz Grasser (FP), Peter Westenthaler (FP) ...

Herr Stronach, willkommen in der Arena der althergebrachten Parteipolitik. Erneuerer schauen anders aus.

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