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Politik
07/12/2012

Raus aus Burma: San Suu Kyi auf Europatour

Erste Station der Oppositionsführerin ist Genf. In Oslo wird sie später eine Rede für den Friedensnobelpreis halten, der 1991 verliehen worden war.

Die burmesische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi ist am Mittwochabend in Genf eingetroffen. Es ist ihr erste Europareise seit 1988. Bei der UNO wurde San Suu Kyi mit einer langen stehenden Ovation empfangen worden. Der Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation ( ILO) Juan Somavia würdigte ihren langen Kampf. Die 66-jährige Friedensnobelpreisträgerin nahm die Ovation der rund 4000 Delegierten mit einem Lachen entgegen.

Später wird sie auf einer ILO-Konferenz über Gewerkschaften und Zwangsarbeit in ihrer Heimat sprechen. In einer per Videolink übertragenen Rede vor der ILO hatte Suu Kyi vergangenes Jahr die Notwendigkeit der Zulassung von Gewerkschaften in Burma betont.

Später am Donnerstag will Suu Kyi weiter nach Bern reisen, um dort Außenminister Didier Burkhalter und Präsidentin Eveline Widmer-Schlumpf zu treffen. Am Samstag steht dann in Oslo auf dem Programm. Dort wird sie eine Dankesrede für den ihr 1991 verliehenen Friedensnobelpreis halten.

Weitere Stationen ihrer mehr als zweiwöchigen Reise sind Großbritannien, wo sie studierte und ihre Familie gründete, sowie Dublin und Paris. "Ich werde mein Bestes im Interesse der Bevölkerung tun", versprach die 66-Jährige vor ihrem Abflug aus der burmesischen Metropole Rangun. Es ist ihre erste Europareise seit 1988, als Suu Kyi sich im Zuge der Demokratiebewegung gegen die Militärjunta in Burma engagierte.

Nach ihrer Entlassung aus dem jahrelangen Arrest kurz nach der umstrittenen Parlamentswahl im November 2010 wagte sie es zunächst nicht, Burma zu verlassen. Erst, nachdem sie im Zuge der von Präsident Thein Sein eingeleiteten Reformen im April gemeinsam mit 42 weiteren Abgeordneten ihrer Nationalen Liga für Demokratie (NLD) ins Parlament gewählt worden war, reiste sie vor zwei Wochen nach Thailand.

Suu Kyis Europa-Reise wird überschattet von einem Ausbruch ethnisch-religiöser Gewalt im Teilstaat Rakhine im Westen Burmas. Auslöser der blutigen Zusammenstöße war die Tötung von zehn muslimischen Männern durch eine buddhistische Menge wegen des Verdachts, eine buddhistische Frau vergewaltigt zu haben. Am Mittwoch traf in Rakhine der UNO-Sonderbeauftragte für Burma, Vijay Nambiar, ein, um sich ein Bild von den Unruhen zu machen.

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