Rainbow Warrior wird jetzt Spital

Das sagenumwobene Greenpeace-Schiff wird ausrangiert. Es soll nun den Ärmsten der Armen in Bangladesch medizinische Hilfe leisten.

Die "Rainbow Warrior II", einst das Flaggschiff der Umweltorganisation Greenpeace, wird einem neuen Zweck zugeführt: als schwimmendes Krankenhaus. Das Schiff wird in Bangladesch Orte ansteuern, die von medizinischer Versorgung abgeschnitten sind. Greenpeace übergab die „Warrior“ bereits in einer Zeremonie in Singapur an die Hilfsorganisation Friendship. „Dieses Schiff hat Menschen um die ganze Welt gefahren, es war eine Ikone der Hoffnung über den Pessimismus und ein Symbol der Aktion gegen die Selbstgefälligkeit", sagte Greenpeace-Kapitän Mike Fincken (Bild). Das Schiff wurde von Friendship auf den Namen "Rongdhonu" umgetauft, was ebenso wie das englische "Rainbow" Regenbogen bedeutet. Dabei wird das stolze Schiff weiterhin mit Umweltthemen zu tun haben: Es wird in verarmte Gegenden fahren, die von Naturkatastrophen heimgesucht wurden. "Es wird mehr und mehr Tsunamis und Zyklone geben, und wir brauchen ein als Krankenhaus ausgestattetes Medizinschiff, um die Opfer so schnell wie möglich zu erreichen", sagte Friendship-Leiterin Runa Khan (Bild). Die "Rainbow Warrior II" wird bei der Umweltorganisation durch die Nummer drei ersetzt: Ein technisch vollausgestattetes High-Tech-Schiff, das auch die höchsten Umweltstandard erfüllt. Die "Rainbow Warrior III" soll von Oktober an für Greenpeace im Einsatz sein. Die „Rainbow Warrior II“ war seit 1989 für Greenpeace im Einsatz. Sie war die Nachfolgerin der "Rainbow Warrior", die 1985 im Hafen von Auckland vor einer geplanten Protestfahrt gegen französische Atomversuche im Mururoa-Atoll in Französisch-Polynesien vom französischen Geheimdienst versenkt worden war. Damals starb ein Fotograf an Bord des Schiffes. In 22 Jahren war die "Rainbow Warrior II" bei Aktionen gegen "Überfischung, Walfang, Kriege, die globale Erderwärmung und andere Umweltverbrechen auf jedem Ozean der Welt" unterwegs, so Greenpeace. Zuletzt waren Greenpeace-Umweltexperten mit dem Schiff vor der japanischen Küste im Einsatz, um nach der Atomkatastrophe von Fukushima Meerwasserproben zu entnehmen. Nach der Übergabe an Friendship sollte es den Hafen von Chittagong in Bangladesch ansteuern.
(apa/afp / csm) Erstellt am
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