Papstbesuch führt zu neuen Protesten in Spanien

Am Dienstag eröffnete der katholische Weltjugendtag in Madrid. Demonstrierte man zuvor gegen Arbeitslosigkeit, richten sich die Proteste nun gegen die Kosten des Spektakels.

Monatelang ein Platz des sozialen Protests, ist die Madrider Puerta del Sol nun mit bunt gekleideten Jugendgruppen aus aller Welt bevölkert. Anlass ist der am Dienstag eröffnete Weltjugendtag der katholischen Kirche. Der Höhepunkt, der Besuch Papst Benedikts XVI. ab Donnerstag, könnte aber durch Demonstrationen überschattet werden. Ursprünglich verboten, sind Proteste nun doch erlaubt und sorgen im Vorfeld für besorgte Veranstalter. Denn die letzte Protestbewegung „Echte Demokratie jetzt“ hatte die Puerta del Sol ganze zwei Monate lang besetzt und war schließlich von Polizei und Verwaltung vertrieben und unter genaue Beobachtung gestellt worden. Die vergangenen Wochen sperrte man den Platz sogar und ließ die Madrider Innenstadt durch ein großes Polizeiaufgebot überwachen. Anlass war nicht zuletzt der Weltjugendtag. Demonstrierte man zuvor gegen die immense Arbeitslosigkeit, so tragen die nun vorgesehenen Kundgebungen eine andere Handschrift. 190 Organisationen protestieren unter dem Motto „Kein Cent meiner Steuern für den Papst!“ Damit prangert man die angebliche Mitfinanzierung des Weltjugendtages aus dem staatlichen Budget an. Laut Kritikern soll die Großveranstaltung  das von der Wirtschaftskrise geplagte Spanien 100 Millionen Euro kosten.

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(KURIER) Erstellt am
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