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Politik
09/23/2012

Pakistanischer Minister: Kopfgeld auf Mohammed-Filmemacher

Ein pakistanischer Regierungsvertreter fordert die Tötung des Mohammed-Filmproduzenten. Er lobte ein Kopfgeld von 100.000 Dollar aus.

Die Protestwelle gegen das islamfeindliche US-Video reißt nicht ab: Am Samstag haben zehntausende Menschen weltweit gegen den umstrittenen Film protestiert, auch in Europa. In Wien demonstrierten 700 Menschen friedlich vor der US-Botschaft gegen die Verunglimpfung des Islam (mehr dazu hier). In Pakistan gab es dagegen Gewaltaufrufe von höchster Stelle: Eisenbahnminister Ghulam Ahmed Bilour lobte ein Kopfgeld von 100.000 Dollar (76.994 Euro) für die Tötung des Film-Produzenten aus.

Im Land herrschte erhöhte Alarmbereitschaft, nachdem Protestkundgebungen gegen das Islamvideo am Freitag blutig endeten. Medienberichten zufolge kamen bei Ausschreitungen mindestens 23 Menschen ums Leben, mehr als 200 seien verletzt worden. Zehntausende Muslime waren auf die Straße gegangen, um gegen das Video zu protestieren. Ministerpräsident Raja Pervez Ashraf hatte den Freitag zum landesweiten Feiertag zu Ehren des Propheten erklärt.

Eisenbahnminister Bilour legte am Samstag noch nach. Er forderte die Taliban und das Terrornetzwerk El Kaida auf, sich der "noblen Sache" anzuschließen und den Produzenten des islamfeindlichen Videos zu töten. Der Minister versprach demjenigen, der "diesen Gotteslästerer" töte, 100.000 Dollar. Das Geld wolle er aus eigener Tasche und Spenden bezahlen so BBC. Der Mord am Produzenten des Films sei eine "heilige Pflicht" und die einzig mögliche Form des Protests, erklärte er am Samstagmorgen laut örtlichen Medien auf einer Pressekonferenz. Es gehe dabei auch darum, Gotteslästerer "das Fürchten zu lehren".

Premier distanziert sich

Bilour sagte weiters, es sei ihm bewusst, dass er zu einem Verbrechen aufrufe und sich damit auch selbst strafbar mache. Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua zitierte ihn außerdem mit den Worten: "Ich fordere, dass alle reichen Leute mit ihrem Geld herausrücken, damit der Mörder mit Dollars und Gold überschüttet werden kann". Der pakistanische Premierminister Raja Pervez Ashraf hat sich vom Mord-Aufruf distanziert. Seine Regierung habe mit dem von Eisenbahnminister Ghulam Ahmad Bilour ausgesetzten Kopfgeld nichts zu tun, sagte der Regierungschef am Sonntag.

Bei dem Produzenten handelt es sich um einen 55-jährigen koptischen Christen, der in einem Vorort von Los Angeles lebt.

Im westfranzösischen La Rochelle wurde indes ein Mann festgenommen, der zur Ermordung des Chefs der Satirezeitung Charlie Hebdo aufgerufen haben soll. "Wer bringt mir diesen Kopf, wer bringt das Fass zum überlaufen", soll der Mann auf einer Islamisten-Website geschrieben haben. Charlie Hebdo hatte vor dem Hintergrund der Empörung über das Mohammed-Video eine Karikatur des Religionsgründers veröffentlicht (mehr dazu hier).

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