Mohammed-Video: Drahtzieher in Haft

Der Mann, der den islamfeindlichen Film "Die Unschuld der Muslime" produziert haben soll, ist in den USA in Haft. Der Film hat für gewaltsame Proteste gesorgt.
Ein Mann mit Hut und Tuch vor dem Gesicht wird von Polizisten des Los Angeles County Sheriff's Department begleitet.

Der mutmaßliche Produzent des islamfeindlichen Films "Die Unschuld der Muslime" ist festgenommen worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Los Angeles am Donnerstag mit. Der 55-jährige Nakoula Basseley Nakoula müsse vor einem Bundesrichter erscheinen, erklärte ein Sprecher.

Nakoula war bereits am 15. September kurz von der Polizei vernommen worden. Seither hielt er sich an einem unbekannten Ort auf. Er musste wegen der Verletzung von Bewährungsauflagen vor Gericht erscheinen, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Los Angeles mit.

Der Mann, ein koptischer Christ, sei nach einer Verurteilung wegen Bankbetrugs 2011 unter Auflagen aus dem Gefängnis freigekommen. Zu den Auflagen habe gehört, dass er ohne Zustimmung eines Bewährungshelfers keinen Zugang zum Internet haben und auch keine Alias-Namen führen durfte.

Gewaltsame Proteste

Eine Skizze von zwei Männern im Gespräch mit einem Mikrofon.

Seit Auftauchen des Videos Mitte im September kam es in zahlreichen Ländern zu teils gewaltsamen Protesten, mehrere Menschen wurden dabei getötet, darunter der US-Botschafter in Libyen.

Der Streifen, von dem ein 13-minütiger Trailer ins Internet gestellt wurde, war in Kalifornien produziert worden. In ihm wird Mohammed als blutrünstig, Schürzenjäger, homosexuell und Kinderschänder dargestellt.

Einige US-Medien bezeichnen Nakoula als Filmemacher oder Produzent, andere als Drahtzieher hinter dem Streifen. Der pakistanische Eisenbahnminister Ghulam Ahmed Bilour hat 100.000 Dollar für die Tötung des "Gotteslästerers" versprochen.

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