Mikl-Leitner: "Wir sind schon sehr belastet"

Nahaufnahme des Gesichts einer Frau mit dunklen Haaren.

Die EU-Innenminister erwarten einen Flüchtlingsstrom aus Syrien. Bei einem informellen Ratstreffen in Nikosia hat das EU-Vorsitzland Zypern einen Evakuierungsplan für 200.000 Menschen vorgestellt. Der Anstieg syrischer Asylwerber in Österreich hat enorm zugenommen. Innenministerin Maria Mikl-Leitner über

- Kriegsflüchtlinge, die Österreich erwartet Flüchtlingsströme sind nicht planbar. Kursierende Zahlen sind reine Spekulation. Im Vergleich zu 2011 gibt es einen Anstieg von syrischen Asylwerbern um 144 Prozent. Das sind 368 Personen, mehr als 80 Prozent wurden anerkannt. Weil der Anstieg in nächster Zeit nicht vorhersehbar ist, haben ich Verteidigungsminister Darabos um eine Versorgung in den Kasernen ersucht. Wir müssen der völkerrechtlichen Verantwortung nachkommen.

- Flüchtlinge in Kasernen Die Antwort von Darabos ( der Minister ist skeptisch, Flüchtlinge in Kasernen aufzunehmen, Anm.) habe ich aus Medien erfahren. Sie ist sehr zynisch und grenz an Geschäftemacherei am R ücken der Flüchtlinge. Sollte Darabos am Dienstag nicht beim Ministerrat sein, werde ich das Gespräch mit dem Bundeskanzler suchen.

- Evakuierungspläne für Österreicher aus Syrien Derzeit leben 180 bis 200 Auslandsösterreicher in Syrien. Anfragen für eine Ausreise haben zugenommen.

- Solidarität bei der Flüchtlingsaufnahme Ich bin für Solidarität in der EU. Wir sind schon sehr belastet. Sieben EU-Staaten, darunter Österreich, betreuen mehr als 80 Prozent der Asylwerber. Ich appelliere an andere, Flüchtlinge aufzunehmen. Es gilt faire Lastenteilung.

- Türkei-Hilfe Wir haben schon Zelte, Decken, Kücheneinrichtungen geschickt sowie 250.000 Euro direkt an das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR.

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